Ist meine Leber krank? Mit vier kurzen Checks findest du es heraus

Eine kranke Leber verursacht zunächst keine Schmerzen. Was vorteilhaft klingt, kann jedoch fatale Folgen haben. Denn so bemerken viele Betroffenen eine Erkrankung erst, wenn das Organ bereits stark geschädigt ist. Wichtig sind deshalb vier kurze Checks – und sechs Blutwerte.

Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schwindel, Juckreiz, Bauchschmerzen – das alles können Anzeichen für eine kranke Leber sein. Doch nicht jeder, der sich mal müde fühlt, muss gleich eine ernste Erkrankung fürchten. Die folgenden Anzeichen hingegen sollten Sie in jedem Fall ernst nehmen und mit einem Arzt abklären, da mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Leberschaden dahintersteckt:

1. Toiletten-Check: Ist der Urin braun?

Brauner Urin ist ein Anzeichen dafür, dass die Leber nicht mehr richtig funktioniert. Ursache kann eine Infektion mit einem Hepatitis-Virus sein oder eine Leberzirrhose. Letztere entsteht am häufigsten durch extremen Alkoholkonsum oder eine chronische Erkrankung mit Hepatitis B, C oder D. Sowohl starker Alkoholkonsum über mehrere Jahre als auch Hepatitis-Viren lassen das Gewebe der Leber mit der Zeit vernarben und schränken so die Funktion des Organs ein. Unbehandelt kann das zu einem tödlichen Leberversagen führen.

2. Augen-Check: Sind die Augen gelblich?

Ein gelblicher Augapfel kann ebenfalls ein Hinweis auf eine Hepatitis-Erkrankung sein. Auch eine Fettstoffwechselstörung wie Morbus Meulengracht, die die Leber belastet, kann dahinterstecken. Diese Störung ist harmlos, kann aber dazu führen, dass die Leber manche Medikamente schlecht abbaut – zum Beispiel bestimmte Krebs- oder HIV-Präparate.

Verursacher der gelben Färbung ist das sogenannte Bilirubin, ein Gallenfarbstoff. Bei gesunden Menschen wandelt es die Leber in wasserlösliche Formen um, die dann über Stuhl und Urin ausgeschieden werden. Ist dieser Prozess durch eine kranke Leber gestört, lagert sich der Farbstoff im Gewebe an.

Eine weitere Lebererkrankung, die in den Augen sichtbar wird, ist Morbus Wilson. Bei dieser seltenen Erbkrankheit sammelt sich Kupfer in der Leber an, weil der Körper es nicht ausreichend ausscheidet. Es erscheint ein grünlich bis bräunlicher Ring auf der Hornhaut. Diese Leberkrankheit muss frühzeitig erkannt werden, sonst endet sie meist tödlich.

3. Fingernagel-Check: Sind die Nägel weiß und trüb?

Verschiedenste schwere Krankheiten können die Form oder Farbe der Fingernägel verändern – so auch eine Leberzirrhose. Sie kann sich in weißlich verfärbten, trüben Fingernägeln äußern. Grund dafür sind Veränderungen der Gefäße im Nagelbett. Solche "Milchglasnägel" können auch bei Diabetes oder einer Herzinsuffizienz auftreten.

4. Tast-Check: Drückt es im rechten Oberbauch?

Die Leber liegt zum größten Teil im rechten Oberbauch. Entsteht dort ein Druckgefühl, kann das auf eine Fettleber hindeuten. Bei dieser Erkrankung ist das Organ vergrößert und kann gegen die umliegenden Organe sowie die Bauchwand drücken. Ein Arzt kann eine vergrößerte Leber ertasten oder mittels Ultraschall erkennen.

Der unangenehme Druck oder ein ständiges Völlegefühl treten oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Hinzu kommen meist Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Grund für eine verfettete Leber sind Übergewicht oder starker Alkoholkonsum. Ernsten Schaden richtet sie nur an, wenn sie sich entzündet.

Bei Verdacht auf Lebererkrankung: Bluttest machen

Die genannten Symptome können auf eine schwer erkrankte Leber hindeuten, aber auch andere Ursachen haben. Wenn Sie eines oder mehrere Anzeichen bei sich entdecken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Er kann Ihr Blut im Labor untersuchen lassen und so herausfinden, wie es um Ihre Leber bestellt ist.

Wichtig: Trifft keines der Symptome auf Sie zu, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihre Leber kerngesund ist. Die genannten Anzeichen und Beschwerden treten häufig erst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung auf. Im Anfangsstadium bleiben Lebererkrankungen oft unbemerkt.

Diese Leberwerte sollten Sie kennen

Ein Blutbild ist daher auch bei vermeintlich gesunden Menschen sinnvoll, um eine Störung frühzeitig zu erkennen. Welche Werte dabei eine Rolle spielen, hat die Deutsche Leberstiftung in einer Tabelle aufgelistet. Die rechte Spalte zeigt den Bereich, in dem sich der entsprechende Blutwert optimalerweise befinden sollte. Deutsche Leberstiftung

  • GPT: Glutamat-Pyruvat-Transaminase

Die Deutsche Leberstiftung empfiehlt vor allem einen GPT-Test. Er sei "ein gut geeigneter Suchtest, da die GPT mit einer hohen Sensitivität Leberschäden anzeigen kann". Denn bereits bei einer leichten Schädigung der Leberzellen ist der GPT-Wert im Blut erhöht. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das ins Blut gelangt, wenn der Körper Leberzellen abbaut.

  • GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase

Ähnlich verhält es sich mit dem Enzym GPT. Während ein erhöhter GPT-Wert relativ eindeutig auf einen Leberschaden hindeutet, kann ein hoher GOT-Wert allerdings auch durch eine Muskelerkrankung zustande kommen.

  • GGT: Gamma-Glutamyltransferase

GGT ist ein Enzym, das sowohl in der Leber als auch in den Schleimhäuten anderer Organe vorkommt. Ein Bluttest kann jedoch nur die GGT in der Leber anzeigen. Ein erhöhter Wert spricht dann für eine Lebererkrankung oder einen Gallenstau. Zustande kommen kann ein hoher GGT-Wert unter anderem, wenn der Patient regelmäßig große Mengen Alkohol trinkt.

  • AP: Alkalische Phosphatase

Das Enzym AP kommt ebenfalls in vielen Organen vor. Ein erhöhter AP-Wert deutet meist auf eine Störung des Gallenflusses hin.

  • Bilirubin

Fresszellen in Milz, Leber und Knochenmark bauen rote Blutkörperchen ab. Dabei entsteht Bilirubin. In einem gesunden Körper wandert das Bilirubin von der Leber in die Galle und den Darm und wird schließlich ausgeschieden. Zeigt ein Bluttest einen erhöhten Bilirubin-Wert, ist dieser Prozess offenbar gestört. Ursache dafür kann eine erkrankte Leber sein.

   

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