Zweitdosis mit einem mRNA-Impfstoff für unter 60-Jährige

Den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca sollen künftig nur noch ab 60-Jährige erhalten. Wer jünger ist und bereits einmal mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) geimpft wurde, soll eine zweite Impfdosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten, rät die STIKO in ihrer vierten aktualisierten COVID-19-Impfempfehlung. Zugelassen sind derzeit Comirnaty von Biontech/Pfizer oder der COVID-19-Impfstoff von Moderna.

Seit dem 30. April empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) nur noch ältere Menschen ab 60 Jahren mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) gegen Corona zu impfen. Grund sind sehr seltene, doch schwere und teils tödliche thromboembolische Nebenwirkungen, die vorwiegend jüngere Frauen nach der ersten AstraZeneca-Impfung betrafen. Doch was passiert nun mit jüngeren Geimpften, die bislang nur eine Dosis der AstraZeneca-Impfung erhalten haben? Zur Erinnerung: Eine vollständige Impfserie umfasst zwei Dosen im Abstand von zwölf Wochen. Von welchem Impfstoff erhalten sie nun die zweite Dosis? Empfehlungen dazu legte die STIKO am 1. April in ihrem Beschlussentwurf zur 4. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vor.

Keine Zweitdosis mit AstraZeneca für Jüngere

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Daten für heterologe Impfserien, also wenn für eine Impfserie unterschiedliche Vakzinen geimpft werden. Das räumt auch die STIKO ein. Sie erklärt: „Bis entsprechende Daten vorliegen empfiehlt die STIKO, bei Personen im Alter <60 Jahren anstelle der zweiten AstraZeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen“. Hintergrund für den zwölfwöchigen Impfabstand ist, dass der von einer einmaligen AstraZeneca-Impfung ausgelöste Schutz nach zwölf Wochen abzunehmen beginnt, erklärt die STIKO. Sie empfiehlt eine Studie, um die immunologischen Effekte nach dem heterologen Impfschema zu untersuchen.

Zweitdosis mit Biontech/Pfizer oder Moderna

Als mRNA-Impfstoffe kommen derzeit zwei infrage: Comirnaty® von Biontech/Pfizer und der COVID-19-Impfstoff von Moderna. Einen dritten mRNA-Impfstoff CVnCoV prüft das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac derzeit in klinischen Studien, eine bedingte EU-Zulassung strebt Curevac bis Ende Juni 2021 an. Seit Februar läuft bereits ein Rolling-Review-Verfahren zu CVnCoV bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA.

Heterologe Impfserie bleibt die Ausnahme

Die heterologe Impfserie mit AstraZeneca und mRNA-Impfstoffen bei unter 60-Jährigen bleibt aber eine Ausnahme. Für alle anderen Impfstoffe und die AstraZeneca-Impfungen bei älteren Menschen gelten nach wie vor, dass gegenwärtig eine begonnene Impfserie mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden muss. Beim COVID-19-Impfstoff Janssen ist dies allerdings hinfällig: Der als vierter in der EU zugelassene Corona-Impfstoff wird für eine vollständige Impfserie ohnehin nur einmal geimpft. 

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Die STIKO betont, dass alle derzeit verfügbaren Impfstoffe – die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna und die beiden Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Janssen (Johnson & Johnson) – „hinsichtlich des Individualschutzes und der Bekämpfung der Pandemie nach derzeitigem Wissen als gleichermaßen geeignet beurteilt“ werden.

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