Weltweit diskutieren Forscher um Nutzen von Mundschutz: Hier sind die Fakten

Atemmasken mit Filter sind während der Corona-Krise zur Mangelware geworden – gleichzeitig werden sie immer mehr empfohlen. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, greift medizinisches Personal vielerorts deshalb auf chirurgische Masken zurück, Privatpersonen nähen ihre Masken selbst. FOCUS Online erklärt, welche Masken wie schützen.

Mundschutz tragen oder nicht? Diese Frage spaltet während der Corona-Krise die Welt. Empfehlungen werden ständig angepasst, selbst Mediziner scheinen sich über die Antwort auf diese Frage uneins zu sein.

Deutschlands meist gehörter Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité erklärte dazu bereits im März, dass es sinnvoll sein könne, einen Mundschutz zu tragen – sein Nutzen aber für den Träger begrenzt sei. Vielmehr helfe es dabei, andere vor einer Infektion zu schützen.

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Verwirrung herrscht indes bundesweit auch über die verschiedenen Masken- und Mundschutzarten. Generell können drei Formen von Masken unterschieden werden: Selbstgenähte Mundschutze, Mund-Nasen-Schutze (auch OP-Masken genannt) und partikelfiltrierende Halbmasken (auch FFP-Masken genannt). Vor allem letztere sind derzeit weltweit sehr gefragt, weil sie aufgrund der Sars-CoV-2-Pandemie und dem damit einhergegangenen blitzartigen Anstieg des weltweiten Bedarfs kaum noch zu bekommen sind.

Selbstgenähte Masken: kunterbunt und handgemacht

Ob mit Taschentüchern, Kaffeefiltern oder Damenbinden: Im Netz kursieren zahlreiche Schnittmuster und Faltanleitungen für einen selbstgemachten Mundschutz – auch Community Mask genannt. Das ist besonders vor dem Hintergrund der Knappheit medizinischer Masken eine kluge Idee, sagte der Virologe Christian Drosten dem NDR. Die Schutzeigenschaften hängen aber stark von Material und Nutzung ab.

Fest gewebte sind besser geeignet als leicht gewebte Stoffe. Eine wissenschaftlich nachgewiesene Schutzwirkung haben die Masken zwar nicht. Es wird aber vermutet, dass sie das Risiko einer Ansteckung verringern, weil sie den Tröpfchenauswurf reduzieren und das Bewusstsein für achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen können. Hygienevorschriften und Abstandsregeln sollten trotzdem eingehalten werden. Übrigens: Auch über Mund und Nase gezogene Schals oder Halstücher können wenigstens große Tröpfchen fernhalten.

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Masken können auch gewaschen werden

Es komme auch auf die Art und Weise an, wie die Maske getragen werde, sagte Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg. Der Stoff müsse Mund und Nase bedecken. Beim An- und Ausziehen sei darauf zu achten, dass das Sekret nicht über die Hände verteilt werde.

Eine selbst hergestellte Maske könne problemlos öfter getragen werden, sagte Salzberger. Um sie zu reinigen, reiche es aus, die Maske bei 60 Grad zu waschen oder sie zu bügeln. Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sollte der Stoff möglichst eng gewebt sein. Das Einhalten von Hygiene-Standards oder Abstandsregeln ersetzt eine Maske nach Meinung der Experten jedoch keinesfalls.

Mund-Nasen-Schutze, auch OP- oder chirurgische Masken genannt

Auch die sogenannten OP-Masken dienen vor allem dem Schutz von Mitmenschen. In medizinischen Einrichtungen sind sie derzeit häufig knapp. Der sogenannte Mund-Nasen-Schutz fängt ebenfalls Flüssigkeitsspritzer und Tröpfchen in der Atemluft der tragenden Person ab. So kann das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, verringert werden.

Den Träger können sie auch vor größeren Tröpfchen aus der Umgebung schützen. Einen ausreichenden Schutz vor Viren und Bakterien bieten auch sie nicht, weil die Masken nicht abschließend auf dem Gesicht sitzen. So können etwa kleine Tröpfchen in der Luft eingeatmet werden. Auch mit diesen Masken gelten also weiter die Regeln für Händehygiene und Sicherheitsabstand.

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Partikelfiltrierende Halbmasken, auch FFP-Masken genannt

Die Abkürzung FFP steht für Filtering Face Piece. Sie werden in drei Klassen unterschieden: 1, 2 und 3. Sie schützen in unterschiedlichen Graden vor festen und flüssigen Partikeln, wobei 3 die höchste Schutzklasse darstellt. Um sich vor Corona-Viren zu schützen, empfehlen Experten Masken der Klasse 2 und 3.

Weil der Filter einer FFP-3-Maske sehr dicht ist, fällt das Atmen damit schwer. Die Maske kann daher nur für kurze Zeiträume getragen werden. Diese medizinischen Masken sind derzeit ebenfalls vielerorts knapp. Viele Experten plädieren darum dafür, OP- und FFP-Masken primär Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen vorzubehalten. vergleich.org Weitere Informationen zur Grafik finden Sie auf vergleich.org.

Wie muss ich einen Mundschutz aufziehen, damit er wirkt?

Aktuell versuchen leider nach wie vor viele Privatpersonen an die dringend in medizinischen Einrichtungen benötigten FFP-Masken zu gelangen. Experten rufen daher dazu auf, auf selbstgenähte Mundschutze oder Schals und Halstücher zurückzugreifen. Sie reichen für die derzeit erlaubten Aktivitäten – einkaufen, spazierengehen – aus. Zu beachten gilt aber bei jeder Form von Mundschutz die richtige Anwendung, denn sonst sind sie alle nutzlos.

Masken und Mundschutze sollten stets eng anliegen und Mund und Nase bedecken. Auch anfassen sollten Sie sie während des Tragens nicht. Sobald ein Mundschutz feucht geworden ist, sollten Sie ihn wechseln. Auch regelmäßiges Waschen bei mindestens 60 Grad oder bei 70 Grad in den Backofen legen, ist Pflicht.

mit Informationen der dpa

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