Sind Medikamente wegen der starken Apotheken-Lobby in Berlin so teuer?

Die Apotheken verdienen sich eine goldene Nase an teuren Medikamenten. Grund dafür ist ihre starke Lobby in Berlin, die für sie ein Geschenk nach dem nächsten herausschlägt. Vorurteil oder Wahrheit? Dieser Frage ging das Autorentrio Kaapke/Kleber-Herbel/Hüsgen in seinem Buch „Mythos Apotheke“ nach.

Seit vielen Jahren bestehe der Eindruck, dass Apotheken eine besonders starke Lobby gegenüber Politik und Krankenkassen hätten, schreiben Andreas Kaapke, Nina Kleber-Herbel und Uwe Hüsgen in ihrem Buch „Mythos Apotheke – Zwischen Vorurteilen und Wahrheit“. Was ist dran? „Woher diese Mutmaßung rührt, ist nicht eindeutig nachvollziehbar“, halten die Autoren fest. „Sicherlich spielt hierbei aber eine Rolle, dass Apotheker in der Wahrnehmung vieler gut verdienen und dass die Endverbraucher auch vermuten, dass bei den zahlreichen Gesundheitsreformen nur eine Gruppe der Leistungserbringer im Gesundheitswesen ungeschoren davongekommen ist: die Apotheker.“

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Die Wahrheit sehe jedoch anders aus, so Kaapke/Kleber-Herbel/Hüsgen. „Allein die Zahl der Kostendämpfungsgesetze in der Gesundheitswirtschaft zeigt auf, dass es mit der Lobby der Gesundheitsberufe insgesamt nicht so weit her sein kann, da nahezu alle Reformen der letzten Jahre in erster Linie kostendämpfenden Charakter hatten und weniger substanzielle Themen aufgriffen.“ Es seien Vergütungen gekappt und zusätzliche Aufgaben aufgebürdet worden, ohne dass damit eine entsprechende Vergütung einhergegangen wäre.

Seit dem Jahr 2004 seien zahlreiche gesetzliche Änderungen erfolgt, die unmittelbar auch die Apotheken betroffen hätten. Als Beispiel nennen die Autoren die Einführung der Rabattverträge im Jahr 2007. „Oft ergibt sich hieraus ein erhöhter Beratungsaufwand in der Apotheke, da (nach wie vor) viele Kunden irritiert reagieren, wenn sie ein anderes als das ihnen bekannte Präparat ausgehändigt bekommen.“ Ein weiteres Problem: Die Apotheken müssen wegen der Rabattverträge der Kassen mit den Herstellern mehr Ware vorrätig halten als vor 2007 oder ihre Kunden bis zur nächsten Lieferung des Großhandels vertrösten.

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