RKI registriert fast 16.000 Corona-Neuinfektionen – aber keinen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz

RKI registriert 15.813 Corona-Neuinfektionen und 248 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 15.813 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 248 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13.435 Neuinfektionen und 249 neue Todesfälle verzeichnet.

Ein Jahr Corona in Bremer Pflegeheim


Die Bilanz eines Heimleiters: "Vier Tote am Tag, das halte ich einmal aus, aber nicht zweimal"

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 108,1 – und verharrt damit auf dem Niveau des Vortags. Am Montag registrierte das RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von 107,3 in Deutschland. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Mehrheit hält Corona-Beschlüsse für angemessen oder nicht weitreichend genug

Knapp zwei Drittel der Deutschen halten die beim Bund-Länder-Gipfel am Montag beschlossenen Corona-Maßnahmen für angemessen oder sogar nicht weitreichend genug. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv am Dienstag. Ähnlich wie nach der letzten Ministerpräsidentenkonferenz Anfang März findet eine Mehrheit der Befragten die Beschlüsse verwirrend. Angesichts der steigenden Infektionszahlen halten 32 Prozent der Bürger die Maßnahmen für angemessen, 31 Prozent für noch nicht weitreichend genug. Dass die aktuell beschlossenen Maßnahmen zu weit gingen, findet nur eine Minderheit (32 Prozent) der Bundesbürger. 

22 Prozent der Befragten wollen aufgrund der gestern beschlossenen Maßnahmen ihre Planungen für die Osterfeiertage ändern. Bei mehr als drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent) haben die Beschlüsse keinen Einfluss auf die Osterplanungen. Die große Mehrheit der Befragten (76 Prozent) will sich an die für die Ostertage geltenden verschärften Kontaktbeschränkungen halten. 

 Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Dienstag, den 23. März 2021

Kreml: Putin erhält erste Spritze gegen Coronavirus

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag seine erste Corona-Impfung erhalten. "Putin hat sich gegen das Coronavirus impfen lassen", sagte sein Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. "Es geht ihm gut. Er hat morgen einen vollen Arbeitstag", fügte der Kreml-Sprecher hinzu. Peskow machte keine Angaben dazu, welchen der drei russischen Impfstoffe Putin erhielt. Alle drei seien sicher und zuverlässig, hatte er zuvor gesagt. Putin ließ sich zudem nicht vor laufenden Kameras impfen.

Der 68-jährige Präsident hatte am Montag angekündigt, sich am Dienstag ein Vakzin verabreichen zu lassen. Obwohl der bekannteste russische Impfstoff Sputnik V mittlerweile in 56 Ländern zugelassen worden ist, stehen viele Russen einer Corona-Impfung kritisch gegenüber. Einer aktuellen Umfrage zufolge wollen sich weniger als ein Drittel der Menschen impfen lassen.

Misstrauen


Warum der Corona-Impfstoff Sputnik V in Russland zum Ladenhüter wird

In Belgien zeichnet sich erneut ein harter Lockdown ab

In Belgien zeichnet sich angesichts stark steigender Ansteckungszahlen ein weiterer harter Corona-Lockdown ab. Regierungschef Alexander De Croo setzte am Dienstag für Mittwoch eine Krisensitzung mit Vertretern der Regionalregierungen an. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge stehen dabei unter anderem Geschäfts- und Schulschließungen und eine Ausweitung der nächtlichen Ausgangssperre bis mindestens nach Ostern zur Debatte.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern zuletzt auf über 4000 gestiegen, ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die Krankenhauseinweisungen stiegen um zwölf Prozent.

Astrazeneca könnte laut Experten bei US-Studie veraltete Daten genutzt haben

Bei einer großangelegten US-Studie zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca sind nach Ansicht von US-Experten möglicherweise veraltete Daten zum Einsatz gekommen. Ein internes Kontrollgremium habe "seine Besorgnis darüber ausgedrückt", dass durch das Einbeziehen von "veralteten Informationen" ein "unvollständiges Bild der Wirksamkeit vermittelt" worden sein könnte, teilte das US-Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) mit. Die Expertengruppe forderte den britisch-schwedischen Pharmakonzern nun auf, "mit dem Data and Safety Monitoring Board (DSMB) zusammenzuarbeiten, um die Wirksamkeitsdaten zu überprüfen und sicherzustellen, dass die genauesten, aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden".

US-Daten


Studie findet keine Hinweise für erhöhtes Thromboserisiko nach Astrazeneca-Impfung

Die gestern von Astrazeneca veröffentlichte Studie hatte ergeben, dass das Vakzin auch bei älteren Menschen sehr wirksam ist und nicht zu einem erhöhten Thrombose-Risiko führt, und dass die Impfung zu 79 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen schützt und zu hundert Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelt die NIAID in ihrem Statement nicht an.

Corona-Pandemie verursacht laut Umfrage oft Schlafprobleme

Jeder fünfte Mensch in Deutschland leidet aktuell pandemiebedingt unter Schlafstörungen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Institutes im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervor. Danach berichteten rund 20 Prozent der Befragten von Schlafproblemen, die sie auf die Coronakrise zurückführten. Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren leiden den Angaben zufolge noch mehr unter diesem Problem als Befragte ohne oder mit älteren Kindern. Rund 30 Prozent der befragten Eltern mit kleinen Kindern hätten angegeben, dass ihnen die Pandemie den Schlaf raube, so die Krankenkasse.

RKI registriert 7485 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 7485 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Stand 5.10 Uhr). Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 5480 Neuinfektionen und 238 neue Todesfälle verzeichnet. Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 108,1 – und damit etwas höher als am Vortag (107,3). Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.674.710 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.433.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74.964. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,12 (Vortag 1,22).

Scharfer Lockdown über Ostern – Leben wird stark heruntergefahren

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen schicken Bund und Länder Deutschland über Ostern in den schärfsten Lockdown seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Vom 1. bis einschließlich 5. April, also vom Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu durchbrechen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in der Nacht beschlossen. Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird insgesamt bis zum 18. April verlängert. Der Gründonnerstag und Karsamstag werden demnach einmalig als Ruhetage definiert und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen verbunden.

Corona-Gipfel


Radikale "Ruhephase" über Ostern: Auf diese Maßnahmen haben sich Bund und Länder geeinigt

Psyche leidet im zweiten Lockdown mehr

Der zweite Lockdown schlägt deutlich mehr Menschen in Deutschland auf die Psyche als der erste vor einem Jahr. Das geht aus einer Sondererhebung des "Deutschland-Barometers Depression" hervor, für das Mitte bis Ende Februar rund 5100 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren repräsentativ online befragt wurden. Fast drei Viertel (71 Prozent) der Bundesbürger gaben dabei an, die Situation im zweiten Lockdown als bedrückend zu empfinden. Im Vergleich dazu waren es im Frühjahr 2020 weniger als zwei Drittel (59 Prozent) der Befragten, heißt es in der Erhebung, die von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutsche Bahn Stiftung in Auftrag gegeben wurde. Der erste Lockdown begann am 22. März 2020 und wurde bereits von Ende April an nach und nach aufgehoben. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Bundesbürger erlebt seine Mitmenschen nach der Umfrage inzwischen auch als rücksichtsloser als im Frühjahr 2020 (40 Prozent).

 Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Montag, den 22. März 2021

In der Politik tobt ein heftiger Streit im Mallorca-Urlaub

Die Urlaubsreisen nach Mallorca mitten in der Corona-Krise sorgen weiter für hitzige Diskussionen. Der Tourismusbeauftragte der Regierung, Thomas Bareiß (CDU), nannte es "bitter, dass wir Mallorca möglich machen", Hotels in Deutschland aber geschlossen bleiben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte dem Deutschlandfunk: "Da kann ich nur den Kopf schütteln und sagen, das geht so überhaupt nicht." Bareiß sagte dem Sender Phoenix, die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca "ist etwas, was uns wirklich weh tut". Allerdings sei eine Mallorca-Reise wegen der dortigen Inzidenz von unter 30 sicher und eine Reisewarnung nicht mehr angemessen. 

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach dagegen warnte am Sonntag bei "Bild live": "Wir haben seit einer Woche die brasilianische Mutation auf Mallorca." Er appelliere an jeden, nicht zu reisen. "Und diejenigen, die gereist sind und zurückkommen, müssen getestet werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dagegen forderten am Sonntagabend in der ARD sogar eine generelle Quarantänepflicht nach Auslandsreisen.

Vor Corona-Gipfel


Intensivmediziner fordert konsequenten Lockdown: "Die Öffnungen waren ein Fehler"

Umsatz im Gastgewerbe während Pandemie um Hälfte eingebrochen

Hotels und Gaststätten leiden mit am stärksten unter den Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Von März 2020 bis Januar 2021 sank der Umsatz im Gastgewerbe um 47,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten ging in diesem Zeitraum um 19,2 Prozent zurück. Der Hotel- und Gaststättenverband forderte erneut eine Öffnungsperspektive – etwa die Öffnung von Biergärten. Vor der Corona-Krise lag der Gastgewerbeumsatz bei fast 100 Milliarden Euro: 2018 waren es 98,3 Milliarden Euro, rund 65 Milliarden Euro in der Gastronomie und rund 33 Milliarden Euro in Beherbergungsbetrieben. Seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 aber gab es laut Statistik keinen Monat, in dem die Umsätze im Gastgewerbe real wieder das Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats erreichten. 

Familienbesuche: Gelockerte Kontaktbeschränkungen über Ostern?

Vor Beginn der Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise am Nachmittag (verfolgen Sie die Entwicklungen im stern-Liveblog) gibt es Überlegungen für gelockerte Kontaktbeschränkungen an Ostern. An den Feiertagen können sich womöglich mehr Verwandte aus verschiedenen Hausständen treffen, als eigentlich derzeit erlaubt ist, wie aus einer neuen Beschlussvorlage für die Gespräche hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Die entsprechende Passage ist allerdings in Klammern gesetzt, was auf weiteren Beratungsbedarf hindeutet. "Anders als im Lockdown über Ostern im letzten Jahr sollen Verwandtenbesuche in diesem Jahr möglich sein", heißt es dort. "Das besonnene Verhalten der Bürgerinnen und Bürger Oder während der Weihnachtstage hat eindrucksvoll gezeigt, wie Familienzusammenkünfte sicher gestaltet werden können."

Astrazeneca: Studie bestätigt Wirksamkeit bei älteren Menschen – keine erhöhte Thrombosegefahr

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist laut einer großangelegten Studie aus den USA auch bei älteren Menschen sehr wirksam und führt nicht zu einem erhöhten Thrombose-Risiko. Der britisch-schwedische Pharmakonzern gab das Ergebnis einer Phase-III-Studie in den USA bekannt. Demzufolge schützt die Impfung zu 79 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen und zu 100 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf, der einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht. 

An der Studie nahmen den Angaben zufolge 32.449 Probanden teil, von denen zwei Drittel geimpft wurden. Rund 20 Prozent der Teilnehmer waren 65 Jahre oder älter und rund 60 Prozent hatten Vorerkrankungen wie Diabetes, die das Risiko eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung erhöhen. Ein erhöhtes Thrombose-Risiko wurde bei den 21.583 Probanden, die mindestens eine Impfdosis erhielten, nicht festgestellt. Zum ersten Mal liegen damit belastbare Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Menschen über 65 Jahren vor.

Schon geimpft oder kurz davor


Hier erzählen Betroffene, was sie vom Astrazeneca-Impfstopp halten

OVG in NRW kippt Corona-Beschränkungen für Einzelhandel

Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat viele Corona-Beschränkungen im Einzelhandel für NRW außer Kraft gesetzt. Ab sofort gelte im gesamten Einzelhandel im bevölkerungsreichsten Bundesland keine Kundenbegrenzung pro Quadratmeter mehr und auch das Erfordernis der Terminbuchung entfalle, teilte ein Sprecher des Gerichts in Münster mit. Die Beschränkungen verstießen in ihrer derzeitigen Ausgestaltung gegen den verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz.

Das Gericht betonte, bei der Pandemiebekämpfung bestehe zwar ein Gestaltungsspielraum des Verordnungsgebers. Es sei auch zulässig, schrittweise zu lockern. Das Land habe es deshalb grundsätzlich für Geschäfte wie den Lebensmitteleinzelhandel bei den bisherigen Regelungen belassen dürfen, während für andere Betriebe vorläufig nur eine reduzierte Kundenzahl zugelassen werde.

Doch überschreite das Land seinen Spielraum, wo ein einleuchtender Grund für eine weitere Differenzierung fehle. Der Senat wies allerdings in seiner Entscheidung auch ausdrücklich darauf hin, dass es dem Land freigestellt sei, kurzfristig eine Neuregelung zu treffen, die keine unzulässigen Differenzierungen enthalte.

Lehrerverband kritisiert Festhalten an Präsenzunterricht als unverantwortlich

Der Deutsche Lehrerverband hat Pläne für ein Festhalten am Präsenzunterricht in Schulen auch bei Corona-Inzidenzwerten über 100 scharf kritisiert. "Das ist mit Blick auf die Infektionsgefahr nicht verantwortbar", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Rheinischen Post". Das Vorgehen wäre nur gangbar, wenn Lehrer schon geimpft und ausreichend Schnelltests für Schulen bereitgestellt würden. "Davon sind wir aber an neun von zehn Schulen noch meilenweit entfernt", kritisierte Meidinger. Die Politik habe es versäumt, Bildungseinrichtungen durch Impfpriorisierungen, die Organisation möglichst täglicher Tests, Raumluftfilter und eine bundesweite "qualifizierte Maskenpflicht" zu sicheren Bereichen zu machen. Damit trage die Politik zugleich auch die Verantwortung dafür, wenn Schulen demnächst wieder flächendeckend schließen müssten, ergänzte der Lehrervertreter.

Umfrage: Fast zwei Drittel unzufrieden mit Corona-Krisenmanagement

Ein Jahr nach den ersten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind fast zwei Drittel der Deutschen unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zeigen sich 34 Prozent "sehr unzufrieden" und weitere 31 Prozent "eher unzufrieden" mit dem Agieren der Regierung in der Krise. Dagegen sind nur vier Prozent "sehr zufrieden" und 26 Prozent "eher zufrieden". Fünf Prozent machen keine Angaben.

Noch schlechtere Noten als das Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) insgesamt bekommt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nur 24 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, 69 dagegen unzufrieden. Die Akzeptanz der Einschränkungen wie die Schließung von Geschäften, Restaurants und Schulen war während der ersten Corona-Welle noch sehr groß. In einer YouGov-Umfrage im April 2020 zeigten sich 67 Prozent eher oder sehr zufrieden mit dem Krisenmanagement der Regierung. Seither nimmt die Zustimmung nach und nach ab.

RKI-Zahlen: 7709 Corona-Neuinfektionen und 50 weitere Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 7709 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 6604 Neuinfektionen und 47 neue Todesfälle verzeichnet. Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag den Angaben zufolge am Morgen bundesweit bei 107,3 – und damit etwas höher als am Vortag (103,9). Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,22 (Vortag ebenfalls 1,22). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 122 weitere Menschen anstecken.

Ein Jahr Corona in Bremer Pflegeheim


Die Bilanz eines Heimleiters: "Vier Tote am Tag, das halte ich einmal aus, aber nicht zweimal"

Virologe Dittmer: Corona-Mutationen könnten Frühjahrs-Effekte „auffressen“

Die Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen könnte nach Ansicht des Virologen Ulf Dittmer die im Frühjahr zu erwartenden, mildernden saisonalen Effekte für die Pandemie abschwächen. Grundsätzlich würden Umweltfaktoren wie etwa UV-Strahlen und höhere Temperaturen sowie das vermehrten Aufhalten im Freien in der wärmeren Jahreszeit helfen, das Infektionsgeschehen zu bremsen. "Dieser Vorteil könnte jetzt – und das ist ein wenig die Gefahr – von den Mutanten aufgefressen werden", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Uniklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Die saisonalen Effekte könnten jedoch wegen der sich leichter ausbreitenden Corona-Variante B.1.1.7 nicht dafür ausreichen, dass der R-Wert langfristig unter die Schwelle von 1 sinke, ab der die Pandemie abflaut.

Ex-Ski-Star Neureuther plädiert für mehr Freiheiten im Kindersport

Der frühere Skistar Felix Neureuther hat eine andere Prioritätensetzung bei den Corona-Restriktionen gefordert. "Dann dürfen wir nach Mallorca fliegen, aber dürfen nicht in unserer Heimat draußen Sport machen", sagte der 36 Jahre alte ARD-Experte in der "Sportschau" am Sonntag. "Also wo sind wir denn? Ganz ehrlich, weil dieser Mallorca-Urlaub so wichtig ist?" Es gehe ihm insbesondere um die Kinder, "und nicht darum, ob irgendjemand Urlaub auf Mallorca macht". "Es ist ja alles richtig", sagte Neureuther zu den Pandemiemaßnahmen. "Aber wenn die Kinder zusammen im Klassenzimmer sitzen, dann verstehe ich nicht, warum sie nicht draußen im Freien spielen können oder Sport machen können. In kleinen Gruppen." Es müsse eine Regelung geschaffen werden, die das den Kindern ermögliche. Kinder hätten viel durchgemacht in den vergangenen Corona-Monaten. "Die bewegen sich nicht mehr, die sind stundenlang am Tag vor dem Computer", so Neureuther, der selber Vater ist. "Wir müssen es schaffen, dass wir die Kinder wieder mehr in Bewegung bringen." Das sei die große Aufgabe für die Zukunft, um eine gesunde Gesellschaft zu haben.

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