Krebs die einzige Todesursache in diesem Dorf – aus einem bestimmten Grund

Für dieses Jahr sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast eine halbe Million neue Krebserkrankungen in Deutschland voraus. Vor allem ein Dorf ist betroffen: In dem kleinen Örtchen Bellen in der niedersächsischen Gemeinde Bothel leiden überproportional viele Bürger an Krebs.

Bei einer Einwohnerzahl von 52 Menschen haben acht Menschen Krebs und in den letzten elf Jahren war die einzige Todesursache bei allen vier Todesfällen Krebs, wie „N24“ berichtet.

Kann Fracking die Ursache sein?

Diese statistisch gesehen sehr beunruhigende Zahl könnte einen bestimmten Grund haben: Seit 1980 fördert der amerikanische Energiekonzern „ExxonMobil“ mithilfe des umstrittenen Verfahren „Fracking“ Erdgas in dem Ort. Bei diesem Verfahren werden Wasser, Chemikalien und Sand mit hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepresst, was dazu führt, dass das Gestein bricht und wertvolles Erdgas nach oben strömen kann.

Lagerstättenwasser kann giftige Inhaltsstoffe enthalten

Umstritten ist das Fracking deshalb, weil dabei sogenanntes Lagerstättenwasser entsteht, ein Abfallprodukt, das giftige Schwermetalle wie Quecksilber und das krebserregende Benzol enthält.

Im Januar 2011 bestätigte sich, dass durch undichte Leitungen zuvor giftiges Lagerstättenwasser ins Erdreich und somit ins Grundwasser gelangt war.

Benzol kann Krebs verursachen

Benzol kann laut Experten Leukämie und das Non-Hodgkin-Lymphom auslösen – jene Krebsart, an der besonders viele Menschen in Bothel leiden.

Doch handfeste, wissenschaftlich gesicherte Beweise dafür, woher eine Krebserkrankung genau kommt, kann die Forschung nicht geben. Freilich können Umwelteinflüsse eine maßgebliche Rolle dabei spielen; doch auch genetische Veranlagungen können ausschlaggebend für eine Erkrankung sein.

Studie soll Aufklärung bringen

Ob es tatsächlich einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung im Landkreis und der hohen Zahl der Krebserkrankungen gibt, soll eine wissenschaftliche Studie herausfinden, die 212 Ärzte aus dem Landkreis Rotenburg in einem offenen Brief an Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) fordern. Einer der Initiatoren, Umweltmediziner Paul-Matthias Bantz sagte "N24": "Wir teilen die Sorgen der Bevölkerung und fordern eine industrieunabhängige Forschungsgruppe. 212 Ärztinnen und Ärzte haben unterzeichnet, das sind nicht alles Spinner."

ExxonMobil – Betriebsleiter Jochen Kaliner betonte, dass es keine erhärtenden Verdachtsmomente gegen die Erdgasförderung gebe. Gegenüber „N24“ verteidigt sich Betriebsrätin Sabine Lau: „ Wir haben nichts zu verstecken und tun das auch nicht. Wir arbeiten und leben alle hier vor Ort.“

Der Ort Bothel bleibt trotzdem in Angst – davor, dass womöglich bald das ganze Dorf an Krebs erkrankt.

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