Impfen im Drive-in und in Schwimmbädern

Einige Bundesländer setzen auf neue Konzepte, um die Menschen zur COVID-19-Impfung zu bringen. Denn das Interesse am Piks nimmt ab – nicht jede:r möchte sich umständlich in Impfzentren oder bei Arztpraxen anmelden. In Berlin gibt es zum Beispiel in Kürze ein Impf-Drive-in auf einem Ikea Parkplatz. Der Berliner FDP-Abgeordnete Florian Kluckert hat noch mehr Ideen für niedrigschwellige Angebote – dabei könnten auch Apotheken eine Rolle spielen.

Am Anfang war der Corona-Impfstoff knapp – mittlerweile scheinen die Impfwilligen rar zu werden. Die tägliche Impfrate sinkt und Experten sagen, es haben noch viel zu wenige Menschen einen Impfschutz, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts sollten wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein. 43 Prozent der Gesamtbevölkerung waren es laut RKI-Meldung am gestrigen Dienstag.

Nun geht zum Beispiel Berlin neue Wege und bietet ab dem Wochenende ein Drive-In-Impfen an: Auf einem Ikea-Parkplatz im Bezirk Lichtenberg soll sich jede:r spontan ohne Termin impfen lassen können. Neben einer Spur für Autofahrer ist auch eine „Walk-in“-Spur für Fußgänger geplant. Verimpft werden sollen ab Samstag mehrere Tausend Dosen Moderna und Johnson & Johnson. 

Impfende Ärzte in Apotheken und Supermärkten?

Für Florian Kluckert, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, ist das Drive-In-Impfen „ein weiterer wichtiger Schritt, um das Impfen flächendeckend in der Hauptstadt anzubieten“. Der Berliner Senat und die Bezirke müssten sich seiner Ansicht nach aber noch viel stärker darüber Gedanken machen, „wie man auf weiteren unorthodoxen Wegen, z. B. Impf-Möglichkeiten durch Ärzte in Shoppingcentern, in Apotheken und vor Supermärkten niedrigschwellig eine noch breitere Masse erreichen kann“. Nur dann könne auch wirklich eine Herdenimmunität erreicht werden, die nötig sei, um der Delta-Variante keinen Spielraum in der Hauptstadt zu lassen.

Auch Bayern setzt auf Drive-ins. Die Impfzentren sollen künftig solche Schalter anbieten können, kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am gestrigen Dienstag an. Geplant ist auch „Impfen to go“ ohne viel Papierkram: Impfstände in Schwimmbädern, bei Fast-Food-Ketten, Vereinen oder „am oder im Wirtshaus“. Impfzentren sollen außerdem „Familiensonntage“ für Eltern und Kinder ab zwölf Jahren anbieten können, „vielleicht mit einem kleinen Eis hinterher für die Jüngeren“, sagte Söder.

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