Gefährlich für Geimpfte wie Ungeimpfte: Lauterbach schlägt wegen neuer Variante Alarm

Das RKI meldet am Samstagmorgen 67.125 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit auf 444,3. Und es könnte noch ernster werden: In Belgien wurde eine Super-Variante nachgewiesen. Auch der Impfstoff wird knapp – drei Bundesländer melden Engpässe. Alle Neuigkeiten zur Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona vom 27. November

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B.1.1.529: Innenministerium vermutet "möglicherweise leichtere Übertragbarkeit als bei Delta"

07.50 Uhr: In einem internen Regierungspapier mit dem Titel "Aktuelle Lagedarstellung zur Virus-Variante B.1.1.529" gibt das Bundesinnenministerium (BMI) eine erste Einschätzung zur neuen Corona-Variante aus Südafrika ab. Der "Bild"-Zeitung liegt das Schreiben vor.

"B.1.1.529 besitzt mind. 30 (!) Mutationen im Spike-Protein (zum Vergleich: bei Delta – je nach Sublinie – ca. 10)", zitiert das Blatt aus dem BMI-Bericht. Es sei davon auszugehen, dass die neue Corona-Variante sich weiter ausgebreitet habe als aktuell bekannt. "Verbreitung vermutlich bereits deutlich größer, insbesondere da deutlicher Fallzahlenanstieg in mehreren ZAF-Provinzen sowie Hinweise aus Seq.-Ergebnissen", beruft sich die "Bild" auf den Regierungsbericht.

Doch schützen die derzeitigen Impfstoffe gegen die neue Virus-Variante? Darüber sind sich die Autoren des Papiers offenbar unschlüssig. "Mutationsprofil deutet darauf hin, dass eine herabgesetzte Impfstoffwirkung zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden muss", zitiert die "Bild" aus dem Schreiben. Man habe bereits mit entsprechenden Untersuchungen begonnen. Wie ansteckend die in Südafrika entdeckte Corona-Version tatsächlich ist, ist derzeit noch unklar. Im BMI-Bericht soll aber der Vermerk "Hinweis auf eine zumindest leichte und möglicherweise sogar leichtere Übertragbarkeit als bei Delta" zu finden sein.

Lauterbach: Neue Corona-Variante scheint "gefährlich für Geimpfte wie Ungeimpfte"

07.30 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der aktuellen Corona-Lage und des Auftretens einer möglicherweise noch gefährlicheren Variante des Virus weitere Einschränkungen gefordert. Das Infektionsgeschehen sei "aggressiver als gedacht", sagte Lauterbach am Freitagabend im Interview mit den ARD-Tagesthemen. "Es sind die großen Veranstaltungen, die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen." Die Politik müsse nun möglicherweise noch einmal nachsteuern, sagte Lauterbach weiter. Besonders problematisch sei, "dass die Kontrollen von 2G und 2G+ überhaupt nicht angemessen stattfinden". Kay Nietfeld/dpa/Archivbild Karl Lauterbach spricht.

"Nichts ist schlimmer als eine besonders schwere Variante in eine laufende Welle hinein zu bekommen", sagte Lauterbach zur neu aufgetretenen Corona-Variante Omikron, die zunächst in Südafrika festgestellt worden war. Der neue Erreger scheine "gefährlich für die Geimpften wie für die Ungeimpften" zu sein. Er sei aber dennoch zuversichtlich, dass "die Booster-Impfungen auch vor dieser Variante schützen".

Omikron könnte nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler wegen ungewöhnlich vieler Mutationen noch ansteckender sein als die derzeit grassierende Delta-Variante und die existierenden Impfstoffe weniger wirksam machen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 als "besorgniserregend" ein.

Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben bereits den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region eingestellt. Allerdings meldete mit Belgien am Freitag bereits das erste EU-Land, dass eine Infektion mit Omikron bei einem Reisenden aus Afrika festgestellt worden sei. Auch in Botsuana, Hongkong und Israel wurden Fälle gemeldet.

Weltärzte-Chef rechnet mit Verdopplung der Inzidenz: "In der Nikolauswoche zwischen 700 und 800"

07.14 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet mit einer Verdopplung der Corona-Inzidenz innerhalb der nächsten zehn Tage. "In der Nikolauswoche könnten wir Inzidenzen zwischen 700 und 800 haben", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die jetzt noch ergriffen würden – selbst Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns – würden erst mit einer Verzögerung von zwei Wochen zu wirken beginnen. 2016 Photothek/Thomas Trutschel Ärztechef Montgomery entsetzt über Karnevalsfeiern: „Das ist die Freiheit zum Sterben“

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an, seit fast drei Wochen verzeichnet sie täglich neue Höchststände. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen erhöhte sich der Wert auf nunmehr 444,3.

"Wir können nichts mehr daran ändern, dass am Tag der Kanzlerwahl von Olaf Scholz die Zahlen dramatisch hoch sein werden", sagte Montgomery. Der Weltärztebund-Vorsitzende forderte eine strikte Reduzierung der Kontakte und bundesweit das Schließen der Weihnachtsmärkte, um die Infektionskurve wieder zu senken. 

"Es bringt nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren, wo sie noch geöffnet sind", sagte Montgomery. Länder und Kommunen sollten zudem zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei verbieten. "Das verhindert nicht nur Ansteckungen, sondern entlastet auch die Notfallambulanzen."

Mit Blick auf die in Südafrika neu entdeckte Virusvariante B.1.1.529 sagte Montgomery, diese sei ein gutes Beispiel dafür, dass dem Virus keine Chance zur Mutation gegeben werden dürfe. Noch sei unklar, wie gefährlich die neue Variante sei, aber sie scheine sich rasend schnell auszubreiten. "Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola."

RKI registriert 67.125 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 444,3

Samstag, 27. November, 07.02 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 444,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 438,2 gelegen, vor einer Woche bei 362,2 (Vormonat: 118,0).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 67.125 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Ansteckungen bei 76.414 gelegen, vor genau einer Woche waren es 63 924 Ansteckungen. Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild Ein Corona-Schnelltest wird in einer Teststation aufbereitet.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 303 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 248 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.717.295 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 4.803.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.779.

Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

20.34 Uhr: Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0.00 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht – auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium wies auf der RKI-Internetseite darauf hin, dass bereits ab sofort die jeweils zuständigen Gesundheitsämter für Einreisende aus den acht Ländern eine Quarantäne und eine Untersuchung auf eine Corona-Infektion anordnen können. Außerdem würden Einreisende aus der Region von der Bundespolizei und anderen zuständigen Behörden "vorsorglich auf ein infektionseindämmendes Verhalten in Deutschland" hingewiesen.

Südafrika-Rückkehrer landen in Bayern – und müssen direkt in Quarantäne

20.12 Uhr: Am Freitagabend ist ein weiteres Flugzeug aus der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt in Deutschland gelandet. Das berichtet die "Bild". Die Passagiere, die in München ankamen, sollen sich direkt in Quarantäne begeben.

Die Quarantäne soll ausnahmslos für alle Passagiere gelten – egal ob geimpft oder genesen. Auch ein mögliches negatives Testergebnis ändert daran nichts. Dennoch müssend die Passagiere noch am Flughafen einen PCR-Test machen, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte.

"Die Landung der Maschine wird in einem abgesperrten Bereich des Flughafens stattfinden", teilte das bayerische Ministerium mit. Der PCR-Test werde im Sicherheitsbereich des Flughafens kostenlos angeboten. Für Passagiere, die keinen Wohnsitz in Bayern haben, werden die Regierung von Oberbayern sowie das zuständige Landratsamt Quartiere zur Verfügung stellen, in denen die Quarantänezeit verbracht werden könne.

WHO stuft neue Corona-Variante als "besorgniserregend" ein

18.59 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 als "besorgniserregend" eingestuft. Das teilte die UN-Behörde am Freitag nach Beratungen mit Experten mit. Diese Klassifizierung ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Außerdem besteht bei "besorgniserregenden Varianten" die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind.

Diese nun Omikron genannte Variante weise eine große Anzahl Mutationen auf, von denen einige besorgniserregend seien, hieß es. Vorläufige Hinweise deuteten auf ein erhöhtes Risiko einer Reinfektion bei dieser Variante im Vergleich zu anderen besorgniserregenden Varianten, zu denen auch die derzeit vorherrschende Delta-Variante zählt.

Laut WHO wurde B.1.1.529 in Südafrika mittels genetischer Analyse entdeckt, die vom 9. November stammt. Insgesamt ist die Variante bislang weniger als 100 Mal genetisch nachgewiesen worden. Sie weist viele Mutationen auf, die aus Sicht von Wissenschaftlern möglicherweise zu einer leichteren Übertragung führen können. Nach Angaben der WHO wird es jedoch noch Wochen dauern, bis klar wird, welche genauen Auswirkungen die Mutationen haben.

Bislang hatte die internationale Gesundheitsbehörde vier "besorgniserregende Varianten" ("variants of concern") identifiziert: Alpha, Beta, Gamma, sowie Delta, die wegen ihrer hohen Übertragbarkeit zur vierten Pandemie-Welle beigetragen hat. Zusätzlich sind zwei "Varianten unter Beobachtung" ("variants of interest") gelistet, die um den vorigen Jahreswechsel in Südamerika aufgetreten waren.

EU-Länder sind sich einig: Einreisen aus südlichem Afrika sollen eingeschränkt werden

18.28 Uhr: Die EU-Staaten wollen angesichts einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus alle Passagierflüge aus sieben Ländern im südlichen Afrika aussetzen. Davon betroffen sind Botsuana, Swasiland, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Simbabwe, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel nach einer Sondersitzung der EU-Staaten am Freitag aus Diplomatenkreisen erfuhr.

Auf Twitter schrieb die Stellvertretende Chefsprecherin und Direktorin für Politische Kommunikation der EU-Kommission, Dana Spinant: "Die Mitgliedstaaten vereinbarten, rasch alle Reisen in die EU aus sieben Ländern der Region des südlichen Afrikas – Botswana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika, Simbabwe – einzuschränken."

Die Vereinbarung ist für die EU-Staaten nicht bindend, den Angaben zufolge wurde sie jedoch von allen Ländern unterstützt. Schon jetzt haben viele Staaten, unter ihnen Deutschland, Einschränkungen verhängt. Deutschland werde Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären, kündigte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen an. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen. Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft teilte am Abend mit, das zuständige Gremium der EU-Staaten habe sich darauf verständigt, die entsprechende Notbremse auszulösen und Einschränkungen für alle Reise aus dem südlichen Afrika in die EU zu verhängen. Die Ratspräsidentschaft rief die EU-Staaten dazu auf, für Rückkehrer aus dieser Region strenge Test- und Quarantänevorschriften zu verhängen.

Impfstoff wird knapp – schon drei Bundesländer melden Engpässe

17.57 Uhr: Niedersachsen und Brandenburg haben überraschende Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen gemeldet. Nach Angaben von Hausärzten und Impfteams seien die von ihnen bestellten und vom Bundesgesundheitsministerium zugesagte Impfstoffmengen für die kommende Woche "nicht in vollem Umfang lieferbar", teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Freitag mit. Die Meldungen kämen aus allen Landesteilen und gingen nach Schilderungen der Zuständigen vor Ort über die jüngst verkündete Deckelung beim Biontech-Impfstoff hinaus.

Auch der Wirkstoff von Moderna sei "offenbar" von den Liefereinschränkungen betroffen, erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) weiter. Sie forderte den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ministerium auf, die Auslieferungen der fehlenden Impfdosen zu gewährleisten und zugleich "vollständige Transparenz über die Verfügbarkeit der Impfstoffe und die wöchentlichen Lieferkapazitäten des Bundes" herzustellen. Es drohe ein schwerer Schlag für die Impfkampagne.

Brandenburg berichtete am Freitag unter Berufung auf Impfstellen und Pharmagroßhändler, dass die für die laufende Woche anstehenden Lieferungen des Biontech-Präparates durch den Bund "erheblich" und "teilweise noch unter die ab der kommenden Woche für Ärztinnen und Ärzte sowie Impfzentren und mobile Impfteams geltenden Kontingentierungen" hinaus gekürzt worden seien. Konkrete Informationen über das Ausmaß habe es im Vorfeld nicht gegeben, erklärte das Landesgesundheitsministerium. Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa Ein Mann wird bei der Sonderimpfaktion im Ostseestadion Rostock gegen Corona geimpft.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern klagen Hausärzte über einen Mangel an Impfstoffen. Dies sei besonders bei Biontech der Fall. "Die bereits für die kommende Woche vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) rationierte Bestellmenge von 48 Dosen je Arzt wird nach Rückmeldungen unserer Ärzte nochmals um mindestens 50 Prozent reduziert", hieß es am Freitag von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVMV) in Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Für die folgende Woche seien demnach weitere Rationierungen angekündigt, die auch den Impfstoff von Moderna betreffen könnten.

Corona-Medikament laut neuer Studie weniger wirksam als erwartet

17.06 Uhr: Die Corona-Pille "Molnupiravir" des US-Pharmakonzerns Merck & Co. hat laut einer neuen Studie eine geringere Effizienz zur Vermeidung einer Hospitalisierung und von Todesfällen gezeigt als erhofft. Das Risiko, aufgrund von Corona nach Einnahme der Tablette im Krankenhaus zu landen oder zu sterben sei mit dem Medikament 30 Prozent niedriger, teilte Merck mit. Vorläufige Daten im Oktober jedoch hatten auf ein um 50 Prozent verringertes Risiko hingedeutet.

Erst am Dienstag hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) erklärt, "innerhalb weniger Wochen" ein Statement zur Zulassung von Molnupiravir abgeben zu wollen. Bereits vergangene Woche hatte die EMA eine Empfehlung ausgesprochen, das Medikament in Notfällen einzusetzen.

NRW-Regierungschef Wüst offen für frühere Bund-Länder-Runde zu Corona

15.26 Uhr: Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz Hendrik Wüst (CDU) hat sich angesichts der Corona-Lage offen dafür gezeigt, die für den 9. Dezember geplante Bund-Länder-Runde vorzuziehen. "Wenn es die Bereitschaft gibt, gemeinsam entschlossen zu handeln, dann wird es an keinem Termin mangeln, und ich werde zügig einladen", sagte der nordrhein-westfälische Regierungschef am Freitag im ZDF-Mittagsmagazin. Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht in Berlin.

Wüst verwies auf die langen Terminstreitigkeiten, die es vor der Bund-Länder-Runde vergangene Woche gegeben hatte. Bund und Länder hatten sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz auf Maßnahmen im Kampf gegen Corona verständigt. "Wir waren immer dann erfolgreich, wenn wir in dieser Pandemie über alle staatlichen Ebenen gemeinsam und entschlossen agiert haben", sagte der CDU-Politiker.

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage vorzuziehen. Angesichts der Corona-Entwicklung halte er eine frühere Beratung für notwendig, sagte ein Regierungssprecher am Freitag in Wiesbaden auf dpa-Anfrage.

Die Corona-Lage werde in Teilen Deutschlands immer dramatischer. Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, müsse entschlossen agiert werden. Themen seien der Umgang mit der in Südafrika aufgetretenen Virusvariante. Auch die Krankenhauskapazitäten, die Reduzierung von Kontakten und die Frage der Impfpflicht stehen laut Wüst im Raum. "Also wir haben eine ganze Menge an Themen zu bearbeiten in dieser schwierigen Situation." Die Bundesländer sind uneins in der Frage, ob die Ministerpräsidenten schon früher als geplant zu einem weiteren Krisengespräch zusammenkommen sollten.

Neue Coronavirus-Supervariante ist in Europa angekommen

14.07 Uhr: Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Corona-Variante B.1.1.529 registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Damit ist die Super-Variante auch in Europa angekommen.

Der belgische Premierminister Alexander De Croo kündigte zudem Reisebeschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an. Es sei Vorsicht erforderlich, aber keine Panik, sagte Vandenbroucke.

Gleichzeitig führt Belgien wieder strengere Regeln für private Feiern, in der Gastwirtschaft und im Nachtleben ein. "Die Situation heute ist schlimmer als alle Szenarien, die uns die Experten vorgerechnet hatten", sagte De Croo. Bereits vor gut einer Woche hatte Belgien strengere Corona-Maßnahmen eingeführt, unter anderem eine teilweise Home-Office-Pflicht. Trotzdem schießen die Infektionszahlen in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern immer weiter in die Höhe. Laut den jüngsten Daten der Gesundheitsbehörde Sciensano wurden über 25.000 neue Infektionen pro Tag gemeldet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Biontech untersucht neue Corona-Variante – Ergebnisse in zwei Wochen erwartet

14.05 Uhr: Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech schaut sich die im südlichen Afrika festgestellte neue Variante des Coronavirus in Tests an und rechnet spätestens in zwei Wochen mit Erkenntnissen. "Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet", teilte das Unternehmen in Mainz am Freitag auf Anfrage mit. Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests würden Aufschluss geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite. Sebastian Gollnow/dpa/bildarchiv Das Logo von Biontech steht auf einem Schild am Firmensitz des Corona-Impfstoffherstellers.

Biontech teilte weiter mit, gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern. Dafür seien klinische Studien mit "variantenspezifischen Impfstoffen" gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden. Als Escape-Variante bezeichnet man eine Virusvariante, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe entzieht.

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