Ernährung: Kuhmilch kann Allergien vorbeugen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Allergien: Kuhmilch-Protein verleiht Bauernhofschutz

Seit Jahren wird darüber gestritten, ob Milch der Gesundheit eher schadet oder nützt. So gibt es etwa Hinweise, dass Kuhmilch Entzündungen begünstigen kann. Andererseits liefert sie lebensnotwendige Nährstoffe wie Kalzium. Und sie kann vor Allergien schützen, wie eine Studie nun gezeigt hat.

Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat laut dem Robert Koch-Institut (RKI) seit den 1970er Jahren in Ländern mit westlichem Lebensstil stark zugenommen. Den Fachleuten zufolge erkranken mehr als 20 Prozent der Kinder und mehr als 30 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens an mindestens einer allergischen Erkrankung. Um sich vor Allergien zu schützen, kann es einer neuen Studie zufolge sinnvoll sein, schon in jungen Jahren Kuhmilch zu konsumieren.

Milch steckt voller wichtiger Nährstoffe

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Auch wenn es zum Teil Hinweise drauf gibt, dass Milch der Gesundheit schaden könnte, raten viele Expertinnen und Experten zum regelmäßigen Kuhmilch-Konsum. Schließlich enthält sie hochwertiges Eiweiß, leicht verdauliches Fett und für den Körper gut verwertbare Kohlenhydrate in Form des Milchzuckers Laktose, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Besonders bedeutsam ist der hohe Gehalt an den Mineralstoffen Kalzium und Phosphor, den wasserlöslichen Vitaminen der B-Gruppe (vor allem Vitamin B2) sowie den fettlöslichen Vitaminen A und D.

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Auch ein bestimmtes Protein in Kuhmilch hat Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Einer aktuellen Studie aus Österreich zufolge kann dieses vor Allergien schützen.

Schlüsselmolekül für den sogenannten Bauernhofschutz

Wie die Medizinische Universität (MedUni) Wien in einer Mitteilung schreibt, beweisen zahlreiche Studien, dass sowohl das Aufwachsen auf einem Bauernhof als auch das Trinken von unverarbeiteter, natürlicher Kuhmilch in den ersten Lebensjahren vor der Entwicklung von Immunglobulinen E (IgE) schützt, die für allergische Symptome verantwortlich sind.

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In einer aktuellen Studie unter der Leitung von Franziska Roth-Walter und Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien und vom interuniversitären Messerli Forschungsinstitut – einer gemeinsamen Einrichtung der Vetmeduni Vienna, der MedUni Wien und der Universität Wien – konnte nun gezeigt werden, dass ein von Kühen abgesondertes Protein, Beta-Laktoglobulin, welches auch in der Milch vorkommt, ein Schlüsselmolekül für den sogenannten Bauernhofschutz gegen Allergien darstellt.

Die Studie wurde vor kurzem in der Fachzeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology” (JACI) veröffentlicht.

Bäuerliches Umfeld trainiert das Immunsystem

Das bäuerliche Umfeld trainiert das menschliche Immunsystem. Kinder, die im Kuhstall spielen und unverarbeitete Milch trinken, leiden laut den Fachleuten seltener unter Allergien und Asthma. Dieser Effekt wird als Bauernhofschutz bezeichnet.

In Labor- und Tiermodellstudien zeigte das österreichische Forschungsteam, dass Beta-Laktoglobulin, wenn es seine natürlichen Liganden, wie Pflanzenpigmente aus grünem Gras, mit sich trägt, Allergien verhindert. Im Gegensatz verhielt sich das Protein ohne seine natürlichen Liganden wie ein Allergen.

„Die antiallergischen Eigenschaften von natürlichem Beta-Laktoglobulin lassen sich damit erklären, dass dieses Protein seine Liganden gezielt zu den Immunabwehrzellen bringt und dadurch eine Entzündung verhindert wird. Die natürlichen Liganden verhindern außerdem, dass IgE-Antikörper an Beta-Laktoglobulin-Protein andocken können, wodurch diese von Milch-allergischen Kindern besser vertragen werden sollte“, erklärt Roth-Walter.

Neues Schlüsselmolekül für die Schutzwirkung

Die Studie präsentiert daher mit dem Kuh-Protein Beta-Laktoglobulin ein neues Molekül, das laut den Fachleuten zusammen mit seinen natürlichen Liganden für die Bauernhof-Schutzwirkung gegen Allergien von Interesse ist.

Umstände, die zu einem Verlust oder einen Mangel dieser Liganden führen können, beispielsweise durch die industrielle Milchverarbeitung oder mangelhafter Tierfutterqualität, können das gut verträgliche Milchprotein Beta-Laktoglobulin allerdings in ein Allergen verwandeln.

„Unsere Studie lässt hoffen, dass der Bauernhof-Allergieschutz-Effekt praktikabler gemacht und genutzt werden kann, um die Allergieepidemie zu verhindern”, so Erika Jensen-Jarolim. (ad)

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