Drosten nennt Bedingung für Schulöffnung – RKI meldet 813 Todesfälle, aber 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt noch immer fest im Griff. Trotz allem werden die Rufe nach einem Lockdown-Ende in Deutschland immer lauter. Am heutigen Mittwoch berät die Bundesregierung zusammen mit den Länderchefs über eine Verlängerung bis Ende Februar. Alle wichtigen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top Corona-News am 10. Februar 2021

  • Drosten: Unter bestimmter Bedingung Präsenzunterricht an Schulen wieder möglich (07.52 Uhr)
  • RKI meldet 813 neue Todesfälle – 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter (05.57 Uhr)
  • Corona-Zahlen am Dienstag: Nur zwei Bundesländer melden mehr als 500 Neuinfektionen (21.23 Uhr)
  • 1000 Gäste und 800 Mitarbeiter an Bord: Mehrere Corona-Fälle auf deutschem Tui-Kreuzer (20.21 Uhr)

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Drosten: Unter bestimmter Bedingung Präsenzunterricht an Schulen wieder möglich

07.52 Uhr: Am heutigen Mittwoch kommen Bundeskanzlerin und Länderchefs wieder zum Corona-Gipfel zusammen. Es gilt als sicher, dass der Lockdown bis Anfang März verlängert wird. Auch Schulen dürften somit weiter geschlossen bleiben, wenngleich dies Sache der Länder ist. Bei einem Vortrag in Düsseldorf bei der Ärztekammer Nordrhein plädierte Christian Drosten, der Virologe der Berliner Charité, dafür, Schulen auch weiter noch geschlossen zu halten, berichtet die "Rheinische Post". "Wir werden es bei dem aktuellen R-Wert nicht schaffen, bis Mitte März auf eine Inzidenz von unter 50 zu kommen", sagte Drosten.

Der Virologe ist aus epidemischen Gründen gegen eine frühzeitige Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an Schulen. Einen kleinen Ausweg sieht Drosten aber doch: Wenn man bei der Infektion eines einzelnen Schülers jeweils die ganze Klasse für fünf Tage in Quarantäne schicke und sie dann freiteste, wäre eine Schulöffnung denkbar. Wer coronapositiv sei, müsse weiter von der Schule zuhause bleiben, so Drosten.

RKI meldet 813 neue Todesfälle – 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Mittwoch, 10. Februar, 05.57 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 8072 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 813 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervorgeht. In diesen aktuellen Zahlen sollten auch 600 Nachmeldungen von Neuinfektionen aus Nordrhein-Westfalen enthalten sein, die laut RKI am Vortag gefehlt hatten. Vor genau einer Woche hatte das RKI 9705 Neuinfektionen und 975 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 68. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.299 996 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.02., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 62 969. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 073 100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,82 (Vortag 0,89). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Forscher besorgt wegen britischer Corona-Mutante

22.48 Uhr: Eine veränderte Form der britischen Coronavirus-Variante B.1.1.7 ruft bei britischen Wissenschaftlern Besorgnis hervor. Wie das Gesundheitsministerium in London am Dienstagabend mitteilte, wurde die zuerst in Bristol entdeckte Mutante als "Variant of Concern" (etwa: Besorgniserregende Variante) eingestuft. Sie weise eine zusätzliche E484K-Mutation auf, hieß es zur Erklärung. 

Dahinter dürfte die Sorge stecken, dass die in Bristol entdeckte Variante gefährliche Merkmale der britischen und anderer Varianten in sich vereinen könnte. Eine ähnliche Mutante wurde auch in Liverpool festgestellt. Beide zusammen wurden in Großbritannien bislang in 76 Fällen nachgewiesen.

"Mit dem, was wir über die Infektiosität von B.1.1.7 wissen, der dominanten Variante in Großbritannien, beobachten wir das mit besonderer Sorgfalt", sagte Susan Hopkins von der Gesundheitsbehörde Public Health England zu Reportern. Sie schränkte jedoch ein, dass die E484K-Mutation seit vergangenem April in unterschiedlichen Varianten immer wieder aufgetreten und dann wieder verschwunden sei. Getty Images/iStockphoto/CROCOTHERY Das Coronavirus grassiert seit nunmehr einem Jahr in Deutschland.

Die Veränderung E484K im Erbgut des Virus ist von der südafrikanischen und der brasilianischen Variante bekannt und wird mit einer verminderten Immunreaktion bei Menschen in Verbindung gebracht, die bereits eine Coronavirus-Infektion durchgemacht haben oder geimpft wurden.

Die britische Variante wies bislang die Mutation E484K nicht auf, kann sich aber dank anderer Veränderungen schneller ausbreiten als die weltweit vorherrschende Variante. Gegen sie wirken aber nach ersten Erkenntnissen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Oxford/Astrazeneca. Zweifel gibt es jedoch inzwischen an der Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs bei der südafrikanischen Variante, zumindest bei milden und moderaten Fällen.

Gesundheitsnotstand in Frankreich verlängert

22.37 Uhr: Das französische Parlament hat am Dienstag grünes Licht für die Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis zum 1. Juni gegeben. Die Abgeordneten billigten mit 278 zu 193 Stimmen und 13 Enthaltungen fortgesetzte Sondervollmachten für die Regierung in der Corona-Pandemie. Auf ihnen fußen die derzeit gültigen Schutzmaßnahmen wie die landesweite nächtliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. Derweil überschritt das Land die traurige Schwelle von 80.000 Corona-Toten. 

Die Regierung werde nicht zögern, im Falle einer "starken und schnellen Verschlechterung" der Gesundheitslage Maßnahmen zu verhängen, kündigte Premierminister Jean Castex an. Angesichts der verschiedenen Corona-Mutanten sei die Verlängerung "eine Notwendigkeit, kein Misserfolg", betonte auch Staatsekretär Adrien Taquet bei der Abstimmung.  dpa/Elko Hirsch/dpa Der Louvre ist geschlossen, der Platz davor ist leer. Nur drei Polizisten gehen an einer Absperrung entlang.

Die Opposition stemmte sich gegen die Verlängerung. Die Abgeordneten verwiesen auf den Überdruss vieler Restaurantinhaber, Skipisten-Betreibern oder Schulkindern, die von den strikten Maßnahmen betroffen sind.

Frankreichs Gesundheitsbehörden meldeten am Dienstag indessen rund 700 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus, womit die landesweite Schwelle von 80.000 Corona-Toten überschritten wurde.

Corona-Zahlen am Dienstag: Nur zwei Bundesländer melden mehr als 500 Neuinfektionen

21.23 Uhr: Die Bundesländer haben am Dienstag binnen 24 Stunden 5308 neue Corona-Fälle gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Damit meldeten die Länder 1.591 Corona-Neuinfektionen weniger als eine Woche zuvor (6899 Fälle). Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie steigt somit auf 2.295.469 Fälle.

Nach Recherchen von FOCUS Online gab es in 24 Stunden zudem 621 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus – 129 weniger als am vergangenen Dienstag (750 neue Todesfälle) Die Zahl der Corona-Todesopfer seit Pandemie-Beginn liegt damit nun bei 62.492.

Einzig Baden-Württemberg (1013 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (864 Fälle) meldeten mehr als 1000 neue Corona-Infektionen – in den weiteren 14 Ländern waren es weniger neue Fälle.

Der 4-Tage-R-Wert fiel laut Angaben des Robert-Koch-Instituts am Dienstag deutlich auf 0,79. Am Vortag hatte er noch bei 1,00 gelegen. 3840 Corona-Patienten mussten nach Angaben des DIVI-Intensivregisters vom Dienstag auf Intensivstationen behandelt werden; 117 weniger als am Vortag. Die Zahl der invasiv beatmeten Covid-19-Patienten sank um 73 auf 2130.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 301.979 (+1013), 7526 Todesfälle (+42)
  • Bayern 414.303 (+460), 11.223 Todesfälle (+85)
  • Berlin 123.189 (+302), 2506 Todesfälle (+21)
  • Brandenburg 71.290 (+268), 2664 Todesfälle (+38)
  • Bremen 16.622 (+49), 305 Todesfälle (+8)
  • Hamburg 48.054 (+162), 1148 Todesfälle (+3)
  • Hessen 177.331 (+204), 5229 Todesfälle (+47)
  • Mecklenburg-Vorpommern 21.556 (+206), 597 Todesfälle (+17)
  • Niedersachsen 148.951 (+229), 3650 Todesfälle (+56)
  • Nordrhein-Westfalen 501.087 (+864), 11.671 Todesfälle (+108)
  • Rheinland-Pfalz 96.347 (+294), 2798 Todesfälle (+36)
  • Saarland 27.082 (+153), 805 Todesfälle (+10)
  • Sachsen 185.140 (+319), 6885 Todesfälle (+79)
  • Sachsen-Anhalt 55.269 (+264), 2032 Todesfälle (+20)
  • Schleswig-Holstein 38.430 (+307), 1062 Todesfälle (+24)
  • Thüringen 68.839 (+215), 2391 Todesfälle (+27)

Gesamt (Stand 09.02.2021, 21.10 Uhr): 2.295.469 (+5308), 62.492 Todesfälle (+621)

Vortag (Stand 08.02.2021, 21.55 Uhr): 2.290.161 (+4163), 61.871 Todesfälle (+306)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.057.300 (+16.000). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 175.677 (Vortag: 186.990).

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (4-Tage-R-Wert): 0,79 (Vortag: 1,00)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3840 (Vergleich zum Vortag: -117)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2130 (Vergleich zum Vortag: -73)

Britische Corona-Mutation auf Norderney festgestellt

20.31 Uhr: Die britische Corona-Virusvariante B.1.1.7 ist erstmals auch auf der ostfriesischen Insel Norderney nachgewiesen worden. Ein entsprechender Befund sei dem Gesundheitsamt des Landkreises Aurich am Dienstag bestätigt worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Demnach war die infektiösere Mutation Ende Januar bei einem Mann festgestellt worden. Er ist inzwischen gestorben. Weitere Hinweise auf die Corona-Variante gebe es aktuell nicht, hieß es.

Seit einigen Tagen steigen die Fallzahlen auf der Insel mit rund 6000 Einwohnern an. Die Stadt und der Landkreis seien im engem Kontakt, um zu prüfen, ob weitere Maßnahmen angesichts der Infektionslage erforderlich seien, teilte die Kreisverwaltung mit. Landrat Olaf Meinen und Inselbürgermeister Frank Ulrichs appellierten an die Insulaner, sich strikt an Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten.

1000 Gäste und 800 Mitarbeiter an Bord: Mehrere Corona-Fälle auf deutschem Tui-Kreuzer

20.21 Uhr: Nach vier positiven Corona-Fällen an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 2" sind mehrere Passagiere und Crewmitglieder auf Gran Canaria in Quarantäne. Die Gäste seien am Ende der Reise in der vergangenen Woche positiv auf Covid-19 getestet worden, sagte eine Sprecherin der Reederei Tui Cruises am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. "Die vier Personen wurden umgehend an Bord isoliert und an Land in eine Quarantäne-Unterkunft gebracht."

Zudem seien neun Gäste und und elf Besatzungsmitglieder als Kontaktpersonen identifiziert, ebenfalls zunächst an Bord isoliert und dann auf Gran Canaria entsprechend untergebracht worden – trotz negativer Testergebnisse. Die Gäste würden dort weiterhin durch Tui Cruises betreut, die Unterkunftskosten der Kontaktpersonen übernimmt die Reederei, die der positiv Getesteten wird den Angaben zufolge über die Auslandkrankenreiseversicherung abgedeckt. Die Passagiere hätten bislang keine oder nur milde Symptome. dpa Das Tui-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 2“.

Alle übrigen rund 1000 Gäste seien negativ auf das Coronavirus getestet worden und konnten wie geplant am Freitag nach Hause reisen. Auch die 800 Mitarbeiter des Schiffes blieben ohne positiven Corona-Test. "Der Kreuzfahrtbetrieb konnte in Absprache mit den Behörden bereits weitergehen." Zuvor sei das Schiff gereinigt und desinfiziert worden.

Tui Cruises fährt aktuell zu den Kanarischen Inseln und nimmt nur maximal rund 60 Prozent der sonst üblichen Gäste an Bord, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zuvor hatte NDR 90,3 berichtet.

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