Behörde gibt grünes Licht: Geimpfte Amerikaner dürfen wieder frei reisen

Seit Mittwoch darf der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca nur noch Über-60-Jährigen verabreicht werden. US-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson testet unterdessen den Impfstoff an Jugendlichen. Alle Meldungen rund um den Corona-Impfstoff und das Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 2. April 2021

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Bundesagentur will bei Impfung von Arbeitslosen helfen

Samstag, 3. April, 08.32 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit hat sich zur Mithilfe bei Corona-Impfungen von Arbeitslosen bereit erklärt. "Wir beschäftigen rund 300 Ärzte, die sonst für die Untersuchung der Arbeitslosen da sind. Hinzu kommen die vertraglich gebundenen Betriebsärzte. Wir sind in der Fläche breit vertreten und könnten hier richtig Strecke machen", sagte Vorstandsmitglied Christiane Schönefeld der "Rheinischen Post" (Samstag) aus Düsseldorf.

Schönefeld sagte, die Agentur wolle baldmöglichst ihren etwa 100.000 Beschäftigten eine Impfung anbieten. Sollte es gewünscht werden, könnte man auch Arbeitslose impfen. "Wir werden uns in solch einer Situation keiner unkonventionellen Lösung verschließen, wenn wir gebraucht werden." Im März waren in Deutschland etwa 2,8 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.

Johnson & Johnson testet Impfstoff an Jugendlichen

22.04 Uhr: Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson testet seinen Corona-Impfstoff nun auch an Jugendlichen. Zunächst soll der Impfstoff im Rahmen einer seit September laufenden klinischen Studie an einer geringen Zahl 16- und 17-Jähriger erprobt werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Nach der Überprüfung der ersten Daten soll die Studie dann schrittweise auf eine größere Gruppe von jüngeren Jugendlichen – ab einem Alter von 12 Jahren – ausgeweitet werden. Johnson & Johnson arbeite daran, den Impfstoff in naher Zukunft auch an Schwangeren und Kindern testen zu können. Die EU-Kommission hatte das Johnson-Mittel am 11. März zugelassen. In Deutschland soll er voraussichtlich ab Mitte April zum Einsatz kommen.

David Zalubowski/AP/dpa  

Seuchenschutzbehörde: Voll Geimpfte dürfen in den USA wieder reisen

18.24 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ihre Empfehlungen für voll geimpfte Personen mit Blick auf Reisen gelockert. Die Behörde veröffentlichte am Freitag neue Richtlinien, wonach sie Reisen im In- und Ausland für diese Menschen wieder für vertretbar hält. Voll geimpfte Personen könnten innerhalb der USA sicher reisen, hieß es. Sie sollten dabei aber weiter Vorkehrungen einhalten: Masken tragen, Abstand zu anderen halten und möglichst oft die Hände waschen oder desinfizieren. Bei Inlandsreisen seien für voll Geimpfte nicht zwingend Corona-Tests vorher oder nachher nötig. Auch eine Quarantäne sei nicht nötig.

Menschen mit vollem Impfschutz könnten auch wieder ins Ausland reisen. Sie müssten vor der Abreise aus den Vereinigten Staaten nicht zwingend getestet werden – es sei denn, das Ziel-Land verlange dies. Auch Quarantäne bei der Rückkehr in die USA sei nicht nötig. Allerdings sollten auch hier die üblichen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Außerdem sollten sich Reisende drei bis fünf Tage nach ihrem Trip testen lassen. Derzeit gelten international aber noch einige Reisebeschränkungen, etwa zwischen den USA und Europa.

Die Gesundheitsbehörde hatte Anfang März angesichts der wachsenden Zahl von Corona-Impfungen in den USA zunächst die Richtlinien zur Beschränkungen sozialer Kontakte gelockert und erklärt, voll geimpfte Menschen könnten in geschlossenen Räumen in kleinen privaten Runden nun wieder ohne Maske und ohne Mindestabstand zusammenkommen. Von nicht unbedingt nötigen Reisen riet die Behörde zu dem Zeitpunkt aber noch dringend ab. Inzwischen sind die Impfungen im Land aber weiter rasant vorangekommen. Laut CDC wurden bislang landesweit bereits mehr als 153 Millionen Impfdosen verabreicht.

In den Vereinigten Staaten sind bislang drei Impfstoffe erhältlich. Die Impfstoffe der Unternehmen Moderna sowie Pfizer/Biontech werden in je zwei Dosen verabreicht. Beim Stoff der Firma Johnson & Johnson reicht eine Spritze. Als voll geimpft gelten Menschen zwei Wochen nach der letzten erforderlichen Impfung. dpa/Kathy Willens/AP/dpa Ungewohntes Bild in New York: Fast keine Menschen befinden sich im Abfertigungsbereich im Terminal 1 des John F. Kennedy-Flughafens.

US-Behörde: Bis zu elf Impfdosen aus einem Moderna-Fläschchen möglich

16.41 Uhr: Aus einem Fläschchen des Corona-Impfstoffs Moderna können nach jüngsten Angaben der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) bis zu elf statt der bisherigen zehn Impfdosen gezogen werden. Das habe eine entsprechende Überprüfung ergeben, teilte die FDA am Donnerstag (Ortszeit) mit. Dies werde einen positiven Einfluss auf die Versorgung mit dem Impfstoff des US-Herstellers haben, hieß es weiter. Denn damit stehe mehr Impfstoff zur Verfügung, und dies sollte dabei helfen, die Pandemie schneller zu beenden, sagte Peter Marks von der FDA. Auch in Deutschland ist Moderna zugelassen.

Ständige Impfkommission empfiehlt Astrazeneca-Geimpften anderes Vakzin für Zweitimpfung

10.05 Uhr: Nach dem Inkrafttreten der neuen Altersempfehlung für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat die Ständige Impfkommission (Stiko) jüngeren Geimpften ein anderes Vakzin für die Zweitimpfung empfohlen. Unter 60-Jährigen solle nach zwölf Wochen anstelle der zweiten Astrazeneca-Impfstoffdosis eine Dosis der Vakzine von Biontech/Pfizer oder Moderna verabreicht werden, teilte das Gremium am Donnerstag mit. 

Im "Spiegel" nahm der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, derweil Stellung zu den wechselnden Empfehlungen seines Expertengremiums bezüglich des Astrazeneca-Vakzins. "Das in Deutschland für die Sicherheitsüberwachung zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte ein sehr deutliches Signal erkannt, darauf musste die Stiko reagieren", sagte Mertens. Einen Imageschaden für die Impfkampagne sieht er nicht. "Die aktuelle Situation zeigt doch, dass das Sicherheitssystem in Deutschland funktioniert. Er finde es schade, "dass hier nur das Negative betont wird". 

Es komme jetzt auf die Umverteilung an, um das Impftempo nicht zu gefährden. "In Deutschland gibt es genug Menschen ab 60 Jahren, die sich gegen Covid-19 impfen lassen wollen und noch nicht geimpft sind. Sie können den Impfstoff von Astrazeneca erhalten. Es fallen also keine Impfdosen weg", betonte Mertens.

Die Bundesregierung hatte am Dienstag beschlossen, das Astrazeneca-Vakzin nur noch an Menschen über 60 Jahren zu verimpfen. Hintergrund sind Thrombose-Fälle vor allem bei jüngeren Frauen. Jüngere Menschen in den Impfgruppen eins und zwei könnten "gemeinsam mit dem impfenden Arzt nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung entscheiden, mit Astrazeneca geimpft werden zu wollen", hieß es in dem Beschluss.

Nach Ausbruch: Chinesische Stadt plant 300.000 Einwohner innerhalb von 5 Tagen zu impfen

Freitag, 02. April, 08.44 Uhr: Nach dem Auftreten mehrerer Corona-Infektionen haben die chinesischen Behörden eine ganze Stadt nahe der Grenze zu Myanmar unter Quarantäne gestellt. In Ruili seien sechs Covid-19-Erkrankungen sowie drei asymptomatische Fälle festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden der Provinz Yunnan am Mittwoch mit.

Bilder des Staatssenders CCTV zeigen, wie die Einwohner der Stadt für die Impfungen Schlange stehen. Innerhalb von fünf Tagen sollen alle 300.000 Einwohner Ruilis geimpft werden, dafür seien am Vortag die ersten 159.000 Impfstoffdosen in der Stadt eingetroffen, so „CCTV“.

AP Die Einwohner der Stadt Ruili warten auf ihre Impfung  

Die Infektionen in Ruili sind der erste größere Corona-Infektionsherd in China seit fast zwei Monaten. Es ist das erste Mal, dass die Volksrepublik versucht eine ganze Stadt nach einem Virusausbruch zu impfen. Im ganzen Land wird allerdings derzeit die Impfkampagne von der Regierung vorangetrieben.

Merkel wusste schon Tage vorher, dass Astrazeneca wieder gestoppt werden muss

21.40 Uhr: Am Dienstagabend beschloss ein spontan einberufener Bund-Länder-Gipfel, dass der Impfstoff von Astrazeneca vorerst nur für Über-60-Jährige verwendet werden soll. Doch das Kanzleramt um Angela Merkel und Helge Braun wusste laut einem ZDF-Bericht offenbar schon seit Freitag, dass der Impfstoff erneut teilweise gestoppt werden müsse.

Demnach habe die Ständige Impfkommission (Stiko) dem Kanzleramt am Freitagmorgen mitgeteilt, dass man Impfungen mit Astrazeneca "aller Wahrscheinlichkeit nach" für bestimmte Altersgruppen stoppen werden müsse. "Am Freitag fand ein Gespräch zur Information zwischen Prof. Mertens (Vorsitzender der Stiko, d. Red.) und dem Bundeskanzleramt statt", bestätigt eine Sprecherin der Stiko dem ZDF. Im Kanzleramt habe danach Krisenstimmung geherrscht. Allen sei klar gewesen, dass eine solche Entscheidung massive Auswirkungen auf die ohnehin zu langsam laufende Impfkampagne haben werde.

Doch das Kanzleramt zögerte offenbar und bat die Stiko, zunächst Informationen von weiteren Experten einzuholen, bevor man ein weiteres Mal einen Impfstopp für Astrazeneca ausrufe. "Angesichts der nationalen Tragweite der Entscheidung bat die Bundeskanzlerin darum, auch die Expertise des Ethikrates und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hinzuziehen", bestätigt eine Regierungssprecherin dem ZDF. 

Nachdem zu Beginn der Woche dann immer mehr Städte einen vorläufigen Impfstopp verhängen, berufen Merkel und Gesundheitsminister Spahn für Dienstagabend einen Sondergipfel ein. Dort wird dann entschieden, Astrazeneca nur noch bei Über-60-Jährigen zu verwenden. Die Stiko hatte zuvor bereits seine Empfehlung geändert – Bund und Länder folgten der Empfehlung schließlich am Abend. Seitdem die Stiko das Kanzleramt am Freitag über die Bedenken informierte, erhielten laut RKI über 300.000 weitere Menschen eine Dosis des Impfstoffes.

Hintergrund ist, dass bei 2,7 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen 31 Verdachtsfälle einer sogenannten Hirnvenenthrombose gemeldet wurden. In neun Fällen verlief die Erkrankung tödlich. Hannibal Hanschke/Reuters/Pool/d

Biontech korrigiert Wirksamkeit nach unten – die liegt aber immer noch über 90 Prozent

17.40 Uhr: Neue Daten bestätigen nach Herstellerangaben die gute Wirkung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Demnach liegt die Wirksamkeit im Untersuchungszeitraum von sieben Tagen bis sechs Monaten nach der zweiten Impfdosis bei 91,3 Prozent. Das ist zwar etwas niedriger als die 95 Prozent, die Biontech und Pfizer im November aus der Studie mit 44.000 Teilnehmern gemeldet hatten. Allerdings haben sich seitdem weltweit eine Reihe von Corona-Varianten ausgebreitet. Experten fürchten, dass die neuen Varianten aus Südafrika und Brasilien gegen bestehende Impfstoffe resistent sein können.

Bei den 91,3 Prozent geht es um das Verhindern von Corona-Erkrankungen. Die Daten stammen von mehr als 12.000 geimpften Probanden, die ihre zweite Impfung bereits vor mehr als einem halben Jahr erhalten haben, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

Eine weitere Auswertung der Daten zeigte laut Biontech und Pfizer, dass in Südafrika, wo B.1.351 die vorherrschende Virusvariante ist, eine Wirksamkeit von 100 Prozent erreicht wurde. Alle neun Covid-19-Fälle traten dort in der Placebo-Gruppe auf. In Deutschland ist diese Variante mit einem Anteil von 0,8 Prozent aber kaum verbreitet.

"Die Ergebnisse, die die guten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erneut bestätigen, sind ein wichtiger Schritt, besonders mit Blick auf die Dauer der Impfwirkung", sagte Biontech-Vorstandschef und Mitbegründer Ugur Sahin. Die Unternehmen wollen die Daten nun bei einer anerkannten Fachzeitschrift einreichen.

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