Auch Ärzte und Apotheker sollen mehr informieren

Nach den 14 Fällen in Bayern wurden diese Woche erstmals auch in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bestätigt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht mittlerweile vom Beginn einer Epidemie in Deutschland. Gestern traf sich der Minister unter anderem mit Vertretern der Ärzte- und Apothekerschaft.

„Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwochabend in Berlin. „Die Infektionsketten sind teilweise – und das ist die neue Qualität – nicht nachzuvollziehen.“ Er komme „immer mehr zu der Überzeugung, die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht erfüllen und nicht ergeben“, sagte der CDU-Politiker.

Daher habe er in einer Telefonkonferenz mit den Gesundheitsministern der Länder diese gebeten, ihre Pandemiepläne – soweit noch nicht geschehen – zu aktualisieren und ein mögliches Inkraftsetzen vorzubereiten. Am kommenden Mittwoch will sich Spahn mit den Kollegen und Kolleginnen der Länder in Berlin treffen.

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Zudem traf sich Spahn gestern mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenkassen, der Krankenhäuser, Apotheken, Pflege und weiterer Verbände, um zu diskutieren, wie angemessen auf die jetzige Situation zu reagieren ist. Man habe sich darauf geeinigt, dass bei vorhandener Symptomatik oder einem Verdacht besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig. „Am Geld und der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen für eine entsprechende Testung darf es jedenfalls nicht scheitern.“ Auch Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, hat in einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag darauf hingewiesen, dass so viele Tests wie möglich gemacht werden sollten, um mehr Wissen über das Virus zu generieren.

Spahn sagte am gestrigen Mittwoch außerdem, dass alle Berufsverbände mithelfen sollten, die Öffentlichkeit und ihre Mitglieder besser als bisher zu informieren. Medizinischem Personal wird empfohlen, bei Verdachtsfällen auch nach Kontakten zu Infizierten und Reisen in Infektionsgebiete zu fragen und dann entsprechend zu handeln. Der Bevölkerung werde empfohlen, „nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten“ – wohl aber, dass sie ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln. Ebenso wenn sie mit solchen Reisenden in Kontakt gekommen sind. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung habe erklärt, dass sie die Ansagen bei der Telefonnummer 116117 für den Bereitschaftsdienst entsprechend aktualisieren werde.

Spahn betonte, die Situation ernst zu nehmen und die Reaktion der jeweiligen Lage anzupassen. Und diese Lage, so räumte der Minister ein, hat sich in am gestrigen Tage geändert.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auch hier:

Robert Koch-Institut:: Fragen und Antworten sowie aktuelle Informationen zum neuartigen Coronavirus. 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus für die Bevölkerung.

Auswärtiges Amt: Reisehinweise für China und aktuelle Informationen zum Thema Coronavirus.

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