Apotheke und Familie: Ohne private Hilfe in der Kinderbetreuung geht es oft nicht

Seit Kurzem kehren Schulen und Kitas in den meisten Bundesländern zum „Regel“- oder „Normal“-Betrieb zurück. DAZ.online wollte von seinen Lesern wissen, wie das den Apothekenalltag verändert – also wie dies die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zeiten von Corona beeinflusst. Die gute Nachricht: Die Apothekerinnen scheinen die Betreuungssituation ihrer Kinder trotz Corona recht gut im Griff zu haben. Ohne private Hilfe scheint es jedoch meist nicht zu gehen.

Insgesamt haben nur 72 Apothekenmitarbeiter an der DAZ.online-Umfrage zur „Kinderbetreuung in Zeiten von Corona“ teilgenommen. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen und die Betreuungssituation (wieder) so gut geregelt, dass es kaum Anlass gibt, sich öffentlich dazu zu äußern? DAZ.online hatte die Umfrage gestartet, weil an die Redaktion herangetragen worden war, dass das Problem der Kinderbetreuung in den Apotheken immer noch groß sei. So hätten die Kitas (und Schulen) nun zwar wieder geöffnet – die Öffnungszeiten sollen teilweise aber dazu führen, dass die Apothekenmitarbeiter fast noch unflexibler eingesetzt werden können als während der Zeit, zu der es noch die Corona-Notbetreuung gab. Viele Mitarbeiter/innen könnten damit nachmittags momentan gar nicht mehr arbeiten, machte eine Apothekerin aus der Praxis aufmerksam. Auf Nachfrage bei der Adexa-Rechtsberatung hieß es, dass Probleme mit der Kinderbetreuung zwar immer mal wieder Thema seien, die Mitglieder aber „zum großen Teil sehr kreativ zu sein“ scheinen, was Lösungen in diesem Bereich angeht. 

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Diesen Eindruck bestätigt nun auch die DAZ.online-Umfrage. Sie zeigt aber auch, dass die Situation nicht ideal ist oder war. Auch im persönlichen Gespräch zur Umfrage mit Krankenhausapothekerin Martina Kroneisen, die zugleich Kommunikations- und Gesundheits-Coach ist, wurde DAZ.online deutlich, wie sehr das Thema Kinderbetreuung nicht nur die berufstätigen Eltern, sondern auch die Arbeitgeber in Zeiten von Corona beschäftigt hat. In ihrer Tätigkeit als Coach sei deutlich geworden, welche Priorität auch die Arbeitgeber in Krisensituationen wie der Corona-Pandemie plötzlich privaten und individuellen Themen einräumen müssten, so Kroneisen. Ganz viel Organisation und Kommunikation seien dann gefragt.

Doch wie ist es nun konkret um die Vereinbarkeit von Apotheke und Familie in Deutschland in Zeiten von Corona bestellt?

97 Prozent der Teilnehmerinnen sind weiblich

Das erste auffällige Ergebnis der DAZ.online-Umfrage dürfte sein: von 72 Teilnehmern sind 70 weiblich (97 Prozent). Insgesamt liegt der Frauenanteil in der Pharmazie bei 71 Prozent, in öffentlichen Apotheken bei 73 Prozent. Dieses Ergebnis scheint also nicht allein dem hohen Frauenanteil in der Pharmazie an sich geschuldet zu sein. Rund 67 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen arbeiten als angestellte Apothekerinnen, es haben absolut aber auch 8 Filialleiterinnen, 9 Apothekeninhaberinnen, 6 PTA und eine PKA an der Umfrage teilgenommen.

Die meisten Antworten kamen mit 20 Stimmen aus Nordrhein-Westfalen. Dort werden laut dpa (Deutsche Presse-Agentur) alle Kita-Kinder wieder betreut – allerdings mit weniger Stunden pro Woche als normal. In Nordrhein-Westfalen sind seit dem 29. Juni Sommerferien. Viele Umfrage-Teilnehmerinnen kommen außerdem aus Baden-Württemberg (14) und Bayern (11). Außer Sachsen-Anhalt waren alle Bundesländer mit mindestens einer Stimme vertreten. 

Rund 69 Prozent der Teilnehmerinnen arbeiten in Teilzeit

In Baden-Württemberg sollen laut dpa alle Schüler zumindest zeitweise wieder Präsenzunterricht erhalten. Die Kitas können wieder vollständig öffnen. Auch für die letzten Schüler in Bayern gibt es wieder Präsenzunterricht an den Schulen. Alle Kinder dürfen zurück in Kindergärten und Krippen. Und ebenso kehren Kitas und Schulen in Sachsen-Anhalt zu einem regulären Betrieb zurück: Grundschüler und Kitakinder kommen täglich in die Kitas und Grundschulen, an weiterführenden Schulen gibt es Wechselmodelle aus Präsenzunterricht und Distanzlernen. 

Insgesamt haben die Frage nach dem Bundesland nur 70 Teilnehmer beantwortet. Von diesen 70 gaben wiederum 48 an, in Teilzeit zu arbeiten, während 22 (31 Prozent) in Vollzeit tätig sind. Lässt sich die Kinderbetreuung also oft nur in Teilzeit mit der Arbeit in der Apotheke vereinbaren?

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