Ab heute fliegt die Luftwaffe Corona-Hilfsflüge – Nächster trauriger Zahlen-Höchststand

Das RKI meldet am Freitagmorgen 76.414 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit auf 438,2 – und knackt damit erneut einen Rekord. Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich weiter zu. Alle Neuigkeiten zur Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona vom 26. November

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten.
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick.
  • Offizielle Statistik – Übersterblichkeit in Deutschland 2021?

Bundesregierung schränkt Flugverkehr aus Südafrika wegen Corona-Variante ein

08.53 Uhr: Wegen der neu aufgetretenen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika drastisch ein. Das Land gelte ab der Nacht zum Samstag als Virusvariantengebiet, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit. "In der Folge dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern." Zudem müssten alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne – auch wenn sie vollständig geimpft sind.

EU-Kommission will wegen neuer Corona-Variante Flug-Notbremse ziehen

08.47 Uhr: Wegen der neuen Corona-Variante, die in Südafrika nachgewiesen wurde, will die EU-Kommission die Flug-"Notbremse" ziehen. Das twitterte Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) am Freitagmorgen. In dem Post heißt es: "Die EU-Kommission wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika wegen der besorgniserregenden Variante B 1.1.529 einzustellen."

Luftwaffe startet am Nachmittag mit Corona-Hilfsflügen

08.30 Uhr: Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14.00 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen.

Braun rechnet mit Flugunterbrechung nach Afrika: "Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert"

08.01 Uhr:  Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rechnet damit, dass wegen einer neuen Corona-Variante "in Kürze" der Flugverkehr aus Deutschland ins südliche Afrika unterbrochen werden muss. "Die Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert", sagte Braun am Freitagmorgen im ARD-Morgenmagazin. Großbritannien und Israel schränkten wegen der möglicherweise sehr gefährlichen Variante bereits vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Braun betonte, dass deswegen auch Gespräche mit dem Robert Koch-Institut geführt würden. © Pressebild (privat) „Mehr über christliche Werte reden“ / Warum sich Helge Braun als CDU-Vorsitzender bewirbt

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der auch als möglicher neuer Bundesgesundheitsminister gehandelt wird, schrieb auf Twitter: "Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein." Wenn vorläufige Daten sich als korrekt herausstellten, "müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen".

Der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) verwies bei Maßnahmen gegen die neue Coronavirus-Variante auf die geschäftsführende Regierung von Angela Merkel (CDU). "Das muss die noch im Amt befindliche Bundesregierung entscheiden", sagte Wissing am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Er empfehle aber "auch Maßnahmen im Flugverkehr". Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden.

RKI meldet neuen Höchststand: 76.414 Neuinfektionen binnen eines Tages

Freitag, 26. November, 06.00 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat wieder einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Freitagmorgen 76.414 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 52.970 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 438,2 an – ebenfalls ein Höchstwert. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 419,7 gelegen, vor einer Woche bei 340,7 (Vormonat: 113,0). Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.32 Uhr wiedergeben. Oliver Berg/dpa/Symbolbild Ein Abstrich wird in einem Labor auf das Coronavirus untersucht.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 357 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 201 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5 650 170 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,79 an (Mittwoch: 5,74). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 4.775.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.476.

Streit um Lockdown: Kanzleramt droht Ampel mit neuer Notbremse

21.17 Uhr: Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung plädiert das geschäftsführende Kanzleramt für einen Winter-Lockdown. Nach Informationen der Zeitung soll Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) der neuen Ampel-Regierung gedroht haben: "Entweder macht die Ampel ein Gesetz oder wir brauchen eine MPK, die eine klare Notbremse beschließt." Das neu beschlossene Infektionsschutzgesetz schließt pauschale Schul- und Geschäftsschließungen sowie Ausgangssperren aus. dpa

Dem Bericht zufolge lehnt der künftige Kanzler Olaf Scholz einen Lockdown ab. FDP-Chef Christian Lindner sagte der Zeitung, dass "viele Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft" seien. Darunter Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und Einschränkung von Freizeitveranstaltungen. "Dies sollte nun dringend erfolgen", so Lindner.

London schränkt wegen Mutation Flugverkehr aus südlichem Afrika ein

21.10 Uhr: Wegen einer besorgniserregenden neuen Variante des Coronavirus im südlichen Afrika schränkt die britische Regierung den Flugverkehr aus mehreren Ländern der Region ein. Zudem gilt für Ankommende eine strenge Pflicht zur Hotelquarantäne. Betroffen von der neuen Regelung seien Südafrika, Namibia, Lesotho, Botsuana, Eswatini und Zimbabwe, teilte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Donnerstag mit.

Es gebe Hinweise darauf, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529 womöglich noch ansteckender sei als die Delta-Variante und dass die verfügbaren Impfstoffe weniger wirksam dagegen seien, sagte Javid. Der Flugverkehr aus den sechs Ländern sollen von Freitagmittag an eingestellt werden. Von Sonntag an gilt für Rückkehrer eine Pflicht zur Hotelquarantäne.

Habeck warnt: "Wenn das nicht gelingt, wird man schleunigst verschärfen müssen"

18.20 Uhr: Grünen-Vorsitzender Robert Habeck hat sich für eine Impfpflicht ausgesprochen. Er akzeptiere die freie Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, so Habeck im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". "Aber auf Dauer hält eine Gesellschaft nicht aus, dass wir wegen 25 Prozent der Bevölkerung immer wieder in einen Lockdown kommen. Da geht das Allgemeinwohl vor." Er betont aber auch, dass sich eine Impfpflicht nicht so einfach durchsetzen lassen, Rechtsfragen und Umsetzung müssen durchdacht sein.

Die Diskussion über eine Impfpflicht helfe derzeit aber nicht, um die vierte Welle zu brechen, so Habeck. Stattdessen müsse man sich auf Boostern, 2 G und 2 G plus in weiten Bereichen, 3-G-Regeln am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln und die erweiterte Testpflicht konzentrieren. "Wenn das nicht gelingt, wird man schleunigst verschärfen müssen. Dann reden wir nicht mehr über differenzierte Kontaktbeschränkungen, sondern über pauschale Maßnahmen," so Habeck weiter.

Kay Nietfeld/dpa Christian Lindner (FDP), Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Robert Habeck stellen den gemeinsamen Koalitionsvertrag vor.  

Niederlanden droht Krankenhaus-Notstand

18.09 Uhr: Wegen der Zunahme von Covid-19-Patienten müssen Krankenhäuser in der Niederlanden möglicherweise bald wieder Akutbehandlungen anderer Patienten aussetzen. Das kündigte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Nachmittag in Den Haag an. Der Minister prüft zurzeit, ob eine Notlage für Krankenhäuser ausgerufen werden muss. Danach müssten Krankenhäuser etwa auch Chemotherapien oder Transplantationen absagen, um Betten für Covid-Patienten frei zu machen. Diese Notlage galt bereits Anfang des Jahres. Niederländische Gesundheitsexperten raten derweil zu einem schärferen Lockdown. Restaurants und Geschäfte, die nicht den täglichen Bedarf bieten, sollten bis 17.00 Uhr geschlossen bleiben, berichtet der Sender NOS. Ministerpräsident Mark Rutte wird am Freitag neue Maßnahmen vorstellen. Derzeit sind die täglichen Neuinfektionen auf Rekordwerten.

Bericht: Erste Zweifel im Kanzleramt an 2G-Regel

16.45 Uhr: In der Politik mehren sich offenbar inzwischen die Zweifel an der 2G-Regel. Das will die "Bild" aus Geheim-Gesprächen im Kanzleramt erfahren haben. Demnach seien in einem Gespräch mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) Bedenken geäußert worden. 2G sei kein "Allheilmittel" gegen die stark steigenden Infektionszahlen, da auch Geimpfte das Virus weitergeben können, zitiert die "Bild" aus dem Gespräch weiter. Ganz im Gegenteil: Dass Politiker, wie etwa Markus Söder von einer "Pandemie der Ungeimpften" sprechen würden, entspreche nicht den Tatsachen.

Michael Kappeler/dpa/Archivbild Helge Braun (CDU) im Bundestag.  

"Anlass zu ernster Besorgnis": Neue Corona-Variante in Südafrika entdeckt

15.16 Uhr: Wissenschaftler in Südafrika untersuchen derzeit eine kürzlich entdeckte Coronavirus-Variante, die Anlass zu ernster Besorgnis gibt, berichtete "Bloomberg".  Die neue Entdeckung, die bis zur Zuweisung eines griechischen Buchstabens als B.1.1529 bezeichnet wird, weist eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Mutationen auf und unterscheidet sich "eindeutig sehr stark" von früheren Inkarnationen, sagte Tulio de Oliveira, Professor für Bioinformatik bei einem Briefing am Donnerstag. 

"Wir haben es hier mit einer Mutationsvariante zu tun, die Anlass zu ernster Besorgnis gibt", sagte Gesundheitsminister Joe Phaahla auf der gleichen Veranstaltung. "Wir hatten gehofft, dass wir eine längere Pause zwischen den Wellen haben würden – möglicherweise, dass es bis Ende Dezember oder sogar nächstes Jahr im Januar andauern würde." Alet Pretorius/AP/dpa/Archivbild In Südafrika ist eine neue Corona-Variante entdeckt worden

Virologen haben bisher fast 100 Fälle in Verbindung mit der Variante im Land festgestellt, sagte Anne von Gottberg, klinische Mikrobiologin und Leiterin der Abteilung für Atemwegserkrankungen am Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten. Beamte der Weltgesundheitsorganisation haben sich getroffen, um über das Virus zu diskutieren, das laut einer separaten Erklärung auch in Botswana nachgewiesen wurde.

Die neue Variante hat sich wahrscheinlich während einer chronischen Infektion einer immungeschwächten Person entwickelt, möglicherweise bei einem unbehandelten HIV/AIDS-Patienten.

Merkel will härtere Corona-Maßnahmen

15.02 Uhr: Die Ministerpräsidenten der Länder fordern angesichts der aktuellen Corona-Lage eine verfrühte Bund-Länder-Konferenz, noch vor dem 9. Dezember. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Polens Präsident Morawiecki sagte Kanzlerin Angela Merkel, dass sie schon des Öfteren dafür plädiert hätte, früher zu beraten sowie schärfere Maßnahmen zu treffen. Sie dränge auf schärfere Beschränkungen zur Eindämmung. Sie begrüße den Corona-Krisenstab der Ampel-Koalition sehr und werde dabei auch einen fließenden Übergang aus aktueller und designierter Regierung begrüßen. Heute gebe es bereits ein Vorbereitsungstreffen für den 9. Dezember – mehr Auskunft hielt die Kanzlerin zurück. "Ich freue mich, dass ich in einem engen Kontakt mit Olaf Scholz bin", so Merkel.

imago/Bildgehege Angela Merkel freut sich über die Abschiedsblumen von Olaf Scholz.  

"Zu früh, zu schnell": Booster-König Israel zittert vor fünfter Welle

13.14 Uhr: Israel steht nach Einschätzung des nationalen Corona-Beauftragten Salmans Sarka am Beginn einer neuen Infektionswelle. Aus Sicht des Experten komme der jüngste Anstieg der Zahl von Neu-Infektionen "zu früh und zu schnell", berichtete der Rundfunk am Donnerstag. Im September hatte Israel sich mit mehr als 11.000 neuen Fällen pro Tag auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie befunden. Mithilfe von Booster-Impfungen gelang es, die Infektionszahlen wieder auf durchschnittlich 400 am Tag zu drücken. Die vierte Corona-Welle galt als überwunden.

Zuletzt verzeichnete das Gesundheitsministerium aber wieder einen leichten Anstieg der Fallzahlen und des R-Werts, der das Infektionsgeschehen widerspiegelt. Experten erklären dies dem Bericht zufolge unter anderem mit der sinkenden Immunität von mehr als einer Million Israelis, die ihre zweite Impfdosis vor mehr als sechs Monaten erhielten.

Als erstes Land weltweit hatte Israel Ende Juli eine Booster-Kampagne mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gestartet. Nach fünf Monaten nach der zweiten Impfung können Israelis eine Booster-Impfung bekommen. Diesr Woche begann zudem die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren. Von 9,4 Millionen israelischen Bürgern sind rund 43 Prozent inzwischen dreifach geimpft. Fast zwei Drittel bekamen zumindest zwei Spritzen.

EU-Vorschlag: Corona-Impfung soll neun Monate gültig sein – danach Booster erforderlich

13.06 Uhr: Die Europäische Union wird einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" zufolge eine neunmonatige Frist für die Gültigkeit von Covid-19-Impfungen für Reisen empfehlen. Auch soll demnach vorgeschlagen werden, geimpften Reisenden den Vorrang zu geben. Das Vorhaben bezieht sich erstmal auf Einreisen in die EU.

Laut dem Dokument, das "Bloomberg" vorliegt, will die EU, dass die Mitgliedstaaten weiterhin alle geimpften Reisenden willkommen heißen. Die Länder sollen demnach ab dem 10. Januar wieder für all diejenigen geöffnet werden, die mit von der Weltgesundheitsorganisation zugelassenen Impfstoffen geimpft sind.

Das Vorhaben lässt den Schluss zu, dass Covid-Impfungen in Zukunft neun Monate lange gültig sein sollen. Im Anschluss werde dann eine Booster-Impfung erforderlich, um den Status zu behalten.

EMA empfiehlt Biontech für Kinder

12.49 Uhr: In Europa gibt es schon bald den ersten Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren: Die europäische Arzneitmittelbehörde EMA hat das Vakzin der Hersteller Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Das teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit. Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden, dies gilt aber als Formsache. Foto: dpa Ein Junge wird gegen das Coronavirus geimpft (Symbolbild).

Das Vakzin ist in Europa bisher nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. In Israel und den USA hingegen wird der Impfstoff bereits an Kinder ab fünf Jahren vergeben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte erst am Montag erklärt, die gesamte EU erhalte die Lieferung des Kinder-Impfstoffs am 20. Dezember. Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag.

Die Ständige Impfkommisson (Stiko) bereitet derweil eine Empfehlung zur Impfung von Kindern zum Start der ersten Lieferung vor. "Unser Ziel ist es, diese Empfehlung bis Ende Dezember, möglichst bis zum Start der Auslieferung des Kinder-Impfstoffs an die Länder, fertigzustellen", hatte Stiko-Chef Thomas Mertens kürzlich gesagt.

Mertens, äußerte aber Verständnis für Eltern, die skeptisch sind. "Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht – nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen Restrisiken bei den Kindern in dieser Altersgruppe", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung".

In einer Zulassungsstudie von Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen

Kinder erkranken zwar nur höchst selten an Covid-19. Doch, so sagen die EMA-Experten, auch sie könnten schwer krank werden. Die Vorzüge der Impfung seien daher höher zu bewerten als mögliche Risiken.

Ein zweiter Impfstoff für Kinder könnte bald folgen. Die EMA-Experten prüfen zur Zeit auch einen Antrag des US-Herstellers Moderna.

Über 100.000 Erstimpfungen an einem Tag – zum ersten Mal seit mehr als zwei Monaten

10.43 Uhr: Die deutsche Impfkampagne scheint wieder etwas Fahrt aufzunehmen: Für den gestrigen Mittwoch wurden dem Robert-Koch-Institut 101.000 Erstimpfungen gemeldet, ein Wert, den Deutschland zuvor mehr als zwei Monate nicht erreichen konnte.

Auch bei den Booster-Impfungen wurde ein neuer Rekordwert vermeldet, rund 627.000 waren es gestern – so viele wie bislang noch nie. Das geht aus dem Impfdashboard hervor, das Daten des RKI und des Gesundheitsministeriums verarbeitet und darstellt.

Lauterbach zum Corona-Fall Kimmich: "Das Risiko ist unbeherrschbar"

09.54 Uhr: Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich nach dessen Corona-Ansteckung eine "schnelle vollständige Genesung" gewünscht. "Der Fall zeigt, wir schwer es ist, ungeimpft heute Covid zu vermeiden." In der Gruppe der Ungeimpften liege die Inzidenz weit über 1000, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter und warnte zugleich: "Das Risiko ist unbeherrschbar." Carmen Jaspersen/dpa Bayerns Joshua Kimmich steht vor einem Spiel auf dem Platz. (Archivbild)

Kimmich ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte der FC Bayern München am Mittwoch bestätigt. Der bislang ungeimpfte 26-Jährige befand sich zuletzt in Quarantäne, nachdem er Kontakt zu einer positiv getesteten Person gehabt hatte.

São Paulo: "Impfhauptstadt der Welt" hat Impfquote von mehr als 100 Prozent

08.56 Uhr: Die brasilianische Millionen-Metropole São Paulo hat nach offiziellen Angaben alle erwachsenen Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Dies teilte das städtische Gesundheitssekretariat am Mittwochabend mit. Dabei gehen die Behörden von mehr als 9,2 Millionen Menschen über 18 Jahren aus. Nach Angaben des Gesundheitssekretariats ist die Impfquote sogar etwas höher als 100 Prozent. Grund dafür ist, dass in São Paulo auch Menschen geimpft wurden, die ihren Wohnsitz anderswo haben.

Die größte Stadt Südamerikas hat nach Schätzungen mehr als 12,3 Millionen Einwohner. Auf dem Höhepunkt einer außer Kontrolle geratenen Corona-Welle im März und April war auch in der reichen Wirtschaftsmetropole das Gesundheitssystem zusammengebrochen, Massengräber wurden ausgehoben. Gesundheitssekretär Edson Aparecido nannte São Paulo nun die "Impfhauptstadt der Welt". Der Zeitung "Folha de S. Paulo" sagte er: "Ich danke den Menschen, die sich an die Impfung halten und ihr Leben und das Leben anderer schützen."

Insgesamt haben sich in Brasilien nach offiziellen Angaben mehr als 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 610 000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – mehr Tote gibt es nur in den USA. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohner. Während Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus verharmloste und den Sinn von Impfungen in Zweifel zog, ging der Bundesstaat São Paulo ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen Sinovac ein.

Mehr als 70.000 Neuinfektionen – traurige Schwelle von 100.000 Corona-Toten überschritten

Donnerstag, 25. November, 06.11 Uhr: In Deutschland sind nach offizieller Zählung mehr als 100.000 Menschen mit oder an Covid-19 gestorben. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl am Donnerstagmorgen mit 100.119 an. Das gibt den Stand des RKI-Dashboards von 03.47 Uhr wieder. Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Corona-Neuinfektionen überschritt erstmals die Schwelle von 70.000 Neuinfektionen. Peter Kneffel/dpa Eine Krankenschwester verteilt Medikamente auf der Covid-19-Intensivstation.

Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben 75.961 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 65.371 erfasste Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag demnach bei 419,7 – ebenfalls ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 404,5 gelegen, vor einer Woche bei 336,9 (Vormonat: 110,1). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 351 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.573.756 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 5,74 an (Dienstag: 5,60). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstag mit 4.744.400 an.

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Dresden: Unbekannte werfen Böller in Impfsaal

23.26 Uhr: Unbekannte haben am Mittwoch in Dresden einen Feuerwerkskörper in einen Saal geworfen, in dem gerade eine Impfaktion stattfand. Verletzt wurde bei dem Angriff im Stadtteil Prohlis niemand, wie die Polizei mitteilte. Der Böller habe aber den Fußboden beschädigt.

Die Beamten bezifferten den Sachschaden auf etwa hundert Euro. Sie ermitteln unter anderem wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen.

Italien verschärft Corona-Einschränkungen für Ungeimpfte

23.01 Uhr: Italien verschärft wegen der steigenden Corona-Zahlen die Einschränkungen für Ungeimpfte. Die Lage im Land sei zwar "eine der besten in Europa", sagte Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwoch. Sie verschlechtere sich jedoch "leicht, aber stetig". Ab 6. Dezember haben demnach nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Restaurants, Bars, Kinos, Theatern, Clubs und Fitnessstudios. Ein negatives Corona-Testergebnis reicht dann nicht mehr aus.

Die Regelung soll vorerst bis 15. Januar gelten. Zudem wird die Impfpflicht für Lehrer und das Gesundheitspersonal auf das Verwaltungspersonal im Gesundheits- und Schulwesen sowie Militär und Polizei ausgeweitet. Jin Mamengni/XinHua/dpa 24.06.2021, Italien, Rom: Menschen sitzen in einem Restaurant im Stadtteil Trastevere.

Das italienische Gesundheitsministerium verkürzte außerdem die Frist für die Auffrischungsimpfungen. Seit Mittwoch können alle Menschen ab 40 Jahren ihre Drittimpfung fünf statt sechs Monate nach der zweiten Immunisierung erhalten. Alle Italiener über 18 Jahre können ab 1. Dezember ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Für das Gesundheitspersonal im Land wird die dritte Dosis ab 15. Dezember Pflicht.

Italien war zu Beginn der Corona-Pandemie besonders stark vom Infektionsgeschehen betroffen. Mehr als 133.000 Menschen starben seitdem an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Inzwischen kann das Land aber eine deutlich bessere Impfquote aufweisen als viele andere europäische Länder: Mehr als 75 Prozent der Bevölkerung sind geimpft.

Bayern setzt 3G-Dokumentation im Gesundheitswesen aus – Holetschek: "Sehe ich nicht ein"

21.50 Uhr: Im Gesundheitswesen in Bayern muss die Umsetzung der 3G-Regeln bis auf Weiteres nicht umfassend dokumentiert werden. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erließ am Mittwoch mit sofortiger Wirkung ein Moratorium für die Berichts- und Dokumentationspflicht, wie sie im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz eigentlich vorgeschrieben ist. Sven Hoppe/dpa/Archivbild Klaus Holetschek (CSU), Gesundheitsminister von Bayern, gibt eine Pressekonferenz.

"Der Bund muss hier sofort nachsteuern", so der Minister. "Ich sehe nicht ein, warum wir den Menschen, die in der Pandemie an vorderster Front kämpfen, eine derartig umfangreiche Dokumentationspflicht zumuten – ohne ihnen einerseits Werkzeuge an die Hand zu geben und andererseits nicht einmal mitzuteilen, warum sie diesen Datenwust überhaupt sammeln."

Kliniken, Arztpraxen, Rettungsdienste, Pflegeheime, Behinderten- und andere Einrichtungen, sie alle müssten für den Bund umfangreiche neue Meldepflichten erfüllen und zum Beispiel alle durchgeführten Corona-Testungen und Daten zum Impfstatus täglich dokumentieren und an die zuständigen Behörden berichten, so das Gesundheitsministerium in München. Dies beträfe nicht nur die Beschäftigten, sondern auch Patienten und Besucher. Hier hätten die Ampel-Parteien ein "Bürokratie-Monster" erschaffen, so Holetschek.

Rosenmontagszug in Düsseldorf auf Mai verschoben

19.47 Uhr: Die Düsseldorf Jecken verschieben den Rosenmontagszug wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr vom 28. Februar auf den 8. Mai. Das entschied am Mittwoch das Comitee Düsseldorfer Carneval. Der neue Termin eröffne die Chance, den Düsseldorfer Rosenmontagszug in der gewohnten Weise mit Tausenden von Zuschauern am Straßenrand durchzuführen, begründeten die Narren den Schritt.

"Wir alle gehen davon aus, dass wir im kommenden Frühjahr die vierte Coronawelle überwunden haben", sagte der Präsident des Comitees, Michael Laumen. Gleichzeitig biete die damit verbundene Verlängerung der Session allen Vereinen die Möglichkeit, ihre für Januar und Februar 2022 geplanten Veranstaltungen zu verlegen. "Wir sehen darin eine echte Chance, den Karneval am Leben zu erhalten und trotzdem zu feiern", sagte Vizepräsident Stefan Kleinehr.

Die Verlängerung der Session bis zum 8. Mai hat das Comitee Carneval nach eigenen Angaben mit Vertretern der Stadt Düsseldorf und der katholischen Kirchengemeinde abgestimmt. Das Comitee Düsseldorfer Carneval ist die Dachorganisation des Karnevals in Düsseldorf und wurde 1825 gegründet.

Bericht: Merkel wollte Zwei-Wochen-Lockdown für alle – Ampel-Chefs verhinderten ihn

15.22 Uhr: Mitten im Endspurt der Ampel-Verhandlungen hat Angela Merkel die Bündnispartner der neuen Regierung am Dienstagabend ins Kanzleramt gerufen. Ihr Ziel: Ein zweiwöchiger Lockdown für alle, auch für Geimpfte. Das berichtet "Bild". Kay Nietfeld/dpa

Demnach habe die geschäftsführende Bundeskanzlerin noch vor Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes diesen Lockdown veranlassen wollen. Einen solchen lässt das neue Gesetz nicht mehr zu.

Doch die Ampel-Vertreter verhinderten Merkels Pläne. Laut Bericht fürchten sie, dass die Pläne sowohl der alten als auch der neuen Regierung als Polit-Trick ausgelegt würden.

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Als er über "Kartoffel-Kabinett" spricht, wird Journalist richtig wütend

 

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