417 Corona-Neuinfektionen in Deutschland, R-Wert sinkt weiter – zwei Bundesländer ohne neue Fälle

Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 14 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 202.442 davon in Deutschland. Die USA melden nahezu täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: New York kämpft mit drastischem Schritt gegen zweite Welle (07.56 Uhr) +++ Konzern arbeitet an 2,50-Euro-Impfstoff (06.19 Uhr) +++ Trump warnt vor Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA (06.04 Uhr) +++ 425 neue Corona-Fälle in Deutschland – Neuinfektionen in jedem Bundesland  (21.50 Uhr) +++

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TOP-NEWS: New York kämpft mit drastischem Schritt gegen zweite Welle

07.56 Uhr: New York hat das Coronavirus bereits einmal erfolgreich bekämpft – nun kämpft man dort mit drastischen Maßnahmen gegen eine zweite Welle. Der Großteil von Aktivitäten in geschlossenen Räumen wurde verboten. Daneben gilt nun eine Beschränkung für Reisende aus 31 der 50 US-Bundesstaaten. Auch Gäste aus zehn weiteren Regionen, darunter Alaska, Washington und Virginiamüssen müssen künftig bei Ankunft in New York 14 Tage in Quarantäne gehen. Wer dagegen verstößt, dem droht eine saftige Strafe von 2000 Dollar.

Vanessa Carvalho/ZUMA Wire/dpa New York: Eine Frau mit Mundschutz geht vor dem Metropolitan Museum of Art über die Straße.

Konzern arbeitet an 2,50-Euro-Impfstoff

06.19 Uhr: Der Pharmakonzern AstraZeneca plant, bis Ende des Jahres einen Coronavirus-Impfstoff auf den Markt zu bringen. Dieser soll weltweit "zum Selbstkostenpreis" erhältlich sein, wie der Chef des Unternehmens, Pascal Soriot, am Dienstag dem französischen Radiosender RTL sagte. Eine Einheit soll demnach für 2,50 Euro verkauft werden. "Unser Ziel ist es, den Impfstoff allen Menschen zugänglich zu machen", sagte Soriot.

Das Unternehmen hoffe, bis Ende des Jahres einen Impfstoff zu produzieren. "Vielleicht etwas früher, wenn alles gut geht", fügte Soriot hinzu.

Erst am Montag hatte eine Studie im Fachmagazin "The Lancet" große Hoffnungen in den gemeinsam von AstraZeneca und der britischen Universität Oxford entwickelten Impfstoff geweckt. Der Stoff erwies sich in den ersten beiden Testreihen als für die Probanden gut verträglich und sorgte für die Bildung von Antikörpern sowie für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19. 

Die Ergebnisse einer dritten Testphase werden im Herbst erwartet. Ist diese erfolgreich, kann der Stoff danach massenweise produziert und verabreicht werden. 

Unterdessen begann ein chinesischer Impfstoffhersteller am Dienstag mit der dritten Phase der Testung seines Wirkstoffes in Brasilien. Nach Angaben eines Arztes in einem Krankenhaus in Sao Paolo bekamen die ersten Freiwilligen den Impfstoff, dessen Wirksamkeit in den ersten zwei Phasen nachgewiesen wurde, wie "Lancet" berichtete.

TOP-NEWS: "Wird schlimmer werden": Trump warnt vor Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA

Mittwoch, 22. Juli, 06.04 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat vor einer weiteren Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten gewarnt. "Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird", sagte er am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich sage das nicht gerne über Dinge, aber so ist es", sagte Trump. Gegenwärtig sei die Lage vor allem im Süden und Westen des Landes problematisch, aber das Virus "könnte sich weiter ausbreiten", warnte Trump.

Die Äußerung des Präsidenten markierte für Trump einen neuen Tonfall:  Zuletzt hatte er die Zuspitzung der Lage in Teilen des Landes eher als örtlich begrenztes Problem heruntergespielt und auf eine rasche Wiederöffnung von Wirtschaft und Schulen gedrängt. Die Regierung helfe den betroffenen Bundesstaaten, sagte er. Das Ziel sei es, die Pandemie nicht nur einzudämmen, "sondern sie loszuwerden", sagte er. ALEX EDELMAN / AFP US-Präsident Donald Trump am 11. Juli mit Maske beim Besuch eines Militärkrankenhauses in Bethesda (Maryland)

Angesichts dramatisch steigender Corona-Fälle hat Trump die Amerikaner zudem zum Tragen von Schutzmasken ermuntert. "Wir bitten alle, dass Sie eine Maske tragen, wenn Sie nicht in der Lage sind, Abstand zu halten", sagte er. "Ob Sie die Masken mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung, sie werden einen Effekt haben und wir brauchen alles, was wir kriegen können."

In den USA haben die Behörden in den vergangenen zwei Wochen zwischen 60 000 und 77 000 Neuinfektionen sowie Hunderte Todesfälle gemeldet. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Trump bezeichnete den jüngsten Anstieg als "besorgniserregend". Experten zufolge ist die Pandemie in den betroffenen Gebieten inzwischen völlig außer Kontrolle. Auch andere Bundesstaaten melden seit Tagen eine Zunahme an Neuinfektionen.

TOP-NEWS: 425 neue Corona-Fälle in Deutschland – Neuinfektionen in jedem Bundesland

20.08 Uhr: Die Zahl der positiven Corona-Tests in Deutschland ist am Dienstag um 425 auf 202.442 gestiegen. Dazu kommen 5 neue Todesfälle – somit sind es nun insgesamt 9065. Besonders auffällig: In jedem Bundesland gab es am Dienstag Neuinfektionen. "Spitzenreiter" war dabei Nordrhein-Westfalen mit deutlich mehr als 100 neuen Erkrankungen. Der R-Wert vom Robert-Koch-Institut sank erneut von 1,15 auf nun 1,04. Die Zahl der aktiven Fälle liegt derzeit bei 5.277.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 36.566 (1838 Todesfälle)
  • Bayern: 49.880 (2614 Todesfälle)
  • Berlin: 8836 (222 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3514 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1726 (55 Todesfälle)
  • Hamburg: 5243 (231 Todesfälle)
  • Hessen: 11.430 (515 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 811 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.019 (648 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 46.213 (1714 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7338 (238 Todesfälle)
  • Saarland: 2805 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5498 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1963 (62 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3278 (155 Todesfälle)
  • Thüringen: 3324 (182 Todesfälle)

Gesamt (Stand 21.07.2020, 20.05 Uhr): 202.442 (9065 Todesfälle)

Vortag (Stand 20.07.2020, 19.39 Uhr): 202.017 (9061 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 188.100.

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 5277.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,04 (Stand 21.07.20)

Sprecherin: US-Präsident Donald Trump wird mehrmals am Tag getestet

18.57 Uhr: US-Präsident Donald Trump nimmt das Coronavirus zumindest privat ernster als er nach außen kommuniziert. Seine Sprecherin Kayleigh McEnany sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekannt, dass Trump manchmal „mehrmals am Tag“ auf Covid-19 getestet werden – und mindestens einmal täglich.

Bewohner von Hamburger Pflegeheim nach positivem Corona-Test in Quarantäne

17.42 Uhr: Die Bewohner eines Pflegeheims im Hamburger Stadtteil Bramfeld müssen in Quarantäne. Grund dafür ist ein positiver Corona-Test bei einem Bewohner, wie der NDR berichtet. Nun werden alle anderen Bewohner ebenfalls getestet. Besuche von Angehörigen sind vorläufig nicht mehr erlaubt. Durch die Tests soll auch geklärt werden, wie sich der Bewohner – im derzeit von Corona-Fällen weitgehend verschonten Hamburg – infizierte. Zuletzt gab es in der Hansestadt nicht mal mehr eine Hand voll Neu-Infektionen pro Tag.

TOP-NEWS: Millionen Fälle? Jeder Vierte hat Corona-Antikörper in Indiens Hauptstadt

16.55 Uhr: Ein Corona-Antikörper-Test im Auftrag der indischen Regierung hat ergeben, dass hochgerechnet knapp jeder vierte Mensch (23,48 Prozent) in der Hauptstadt Neu Delhi Antikörper im Blut hat. Untersucht worden seien Proben von 21 387 Personen, schrieb Indiens Gesundheitsministerium in einer Mitteilung am Dienstag.

Dieser Wert ist deutlich höher als die offiziellen Zahlen der bekannten Coronafälle. Demnach haben oder hatten weniger als ein Prozent der Bevölkerung von Neu Delhi Corona – konkret mehr als 123 000 Menschen.

Rechnet man hingegen die 23,48 Prozent auf die rund 20 Millionen Einwohner Neu Delhis hoch müsste es mehr als 4,5 Millionen Fälle geben.

Das Gesundheitsministerium erklärte, dass viele Leute asymptomatisch seien. Allerdings ist in Indien die Corona-Testrate auch deutlich tiefer als in vielen reicheren Ländern.

Indien ist derzeit auf Platz drei der bekannten Coronafälle weltweit – mit knapp 1,2 Millionen Fällen. Davor sind Brasilien mit mehr als 2,1 Millionen und die USA mit mehr 3,8 Millionen Fällen.

Berliner Senat lockert Abstandsregel für Restaurants

14.27 Uhr: In Berlin werden die bisher wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln in Gaststätten gelockert. Darauf hat sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. So dürften künftig etwa im Restaurant bis zu sechs Gäste an einem Tisch sitzen, auch wenn 1,50 Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Dafür soll die Infektionsschutzverordnung entsprechend geändert werden.

Bisher müssen in Gaststätten die Stühle so stehen, dass zwischen den Gästen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Ausnahmen gelten für Ehe- und Lebenspartner und Angehörige des eigenen Haushalts. Aus Sicht der Berliner Gastronomie war die Regelung eine erhebliche Einschränkung. Die Zahl der Gäste reduzierte sich deutlich, mit entsprechenden wirtschaftlich schmerzhaften Folgen für die Wirte – auch wenn die Regel nicht überall beachtet wurde. Die Gastronomie ist durch die Corona-Krise besonders betroffen.

Lockerungen sind auch im Sportbereich vorgesehen. Im Amateurfußball ist der Trainingsbetrieb in Berlin bereits wieder erlaubt – das soll nun auch für andere Kontaktsportarten möglich sein.


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