Sitzen ist das neue Rauchen: Sitzen erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben

Auf dem Weg zur Arbeit im Auto, anschließend im Büro und abends vor dem Fernseher – viele Menschen sitzen zu viel und bewegen sich deutlich zu wenig.

Schon länger ist bekannt, dass sich diese Gewohnheit negativ auf die Gesundheit auswirken kann – Rückenschmerzen und Übergewicht sind da jedoch nur das kleinere Übel.

Geringere Überlebenschancen durch Sitzen

Eine aktuelle Studie des Krebszentrums der Universität von Texas zeigt, dass langes Sitzes nicht nur das Krebsrisiko erhöht, sondern auch die Überlebenschance bei eben dieser Erkrankung mindert.

Für die Studie, welche im Fachblatt ‚JAMA Oncology‘ erschien, untersuchten die Wissenschaftler um Susan Gilchrist über vier Jahre rund 8.000 Personen.

Während des Studienzeitraums zwischen 2009 und 2013 wurde dazu über einen Bewegungsmesser ermittelt, wie lange sich die Probanden täglich bewegten beziehungsweise wie lange sie saßen.

Die Studienteilnehmer hatten zu Beginn der Forschung alle das 45. Lebensjahr bereits überschritten, waren zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht an Krebs erkrankt.

Mortalitätsrisiko steigt um 82 Prozent

Fünf Jahre nach Beendigung der Bewegungsaufzeichnung wurden die Daten von den Forschenden ausgewertet – mit eindeutigen Ergebnissen.

Die Probanden, die während der fünf Jahre am meisten gesessen hatten, wiesen ein um 82 Prozent höherers Risiko auf, an Krebs zu sterben, als die Personen, die mehr Bewegung in ihren Tagesablauf integrierten.

„Dies ist die erste Studie, die einen engen Zusammenhang zwischen zu wenig Bewegung und der Gefahr, an Krebs zu sterben, definitiv aufzeigt“, erläutert Studienleiterin Gilchrist.

Dabei seien die Ergebnisse unabhängig von Alter, Geschlecht und dem allgemeinen Gesundheitszustand.

Für die Gesundheit zählt jede Bewegung

Wer durch seine Tätigkeiten viel sitzt, muss jetzt jedoch nicht gleich verzweifeln. Die Daten zeigen auch, dass schon kurze Pausen vom Sitzen einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben können.

Dabei muss es sich nicht einmal zwingend um schweißtreibende Workouts handeln – einfache Geh-Einheiten sollen laut Gilchrist bereits ausreichen.

„Unsere Studie zeigt, dass sich schon eine leichte Aktivität vorteilhaft auf die Überlebenschancen von Krebs auswirkt“, erklärt sie.

Wer täglich 30 Minuten sitzen durch Bewegung mit mittlerer Intensität wie beispielsweise Radfahren ersetzt, verringere das Risiko für einen Krebstod um 31 Prozent. Gemütliches Spazierengehen senke das Risiko bereits um 8 Prozent.

Gilchrist empfiehlt daher: Pro Stunde das Sitzen einfach für etwa fünf Minuten unterbrechen. Egal, ob man etwas durch die Gegend schlendert oder einfach die Treppe statt des Aufzugs benutzt – jede Bewegung zählt.

Täglich mindestens 30 Minuten bewegen

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass es wichtig ist, weniger zu sitzen und sich mehr zu bewegen“, resümiert Gilchrist.

„30 Minuten Bewegung in den täglichen Ablauf zu integrieren, kann dazu beitragen, das Risiko eines Krebstodes zu verringern.“

In ihren nächsten Studien wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie sich der Bewegungsmangel auf die einzelnen Krebsarten auswirkt und ob das Geschlecht sowie die Abstammung der Person eine Rolle spielt.

Quellen

  • Gilchrist, S., et al. (2020): Association of Sedentary Behavior With Cancer Mortality in Middle-aged and Older US Adults, abgerufen am 25.06.2020 https://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/fullarticle/2767093?guestAccessKey=83220a5c-cb4e-447d-bb85-15ac1b64eb57&utm_source=For_The_Media&utm_medium=referral&utm_campaign=ftm_links&utm_content=tfl&utm_term=061820
  • MD Anderson News Release June (2020): Study shows sedentary behavior independently predicts cancer mortality, abgerufen am 25.06.2020 https://www.mdanderson.org/newsroom/study-shows-sedentary-behavior-independently-predicts-cancer-mortality.h00-159382734.html

Cornelia Bertram

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