„Wie ein Schildbürgerstreich“ – Stadt baut Apotheken-Parkplätze zu

Die Alte Apotheke in Hamburg-Wellingsbüttel kämpft seit Dezember mit Hindernissen vor ihren Parkplätzen. Dass nun weniger Kunden kämen, sei deutlich zu spüren, sagt Apothekerin Marita Mosebach, die für die Stellplätze auch vor Gericht ziehen will.

Stellplätze sind ein Standortfaktor für Apotheken, gerade in den größeren Städten. Die Alte Apotheke im Hamburger Stadtteil Wellingsbüttel kann seit einiger Zeit nur noch bedingt auf diesen Faktor bauen. „Kurz vor Weihnachten haben die uns die Stellplätze in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zugebaut. Das war wie so ein Schildbürgerstreich“, sagt Apothekerin Marita Mosebach. Die drei Stellplätze vor ihrer Alten Apotheke, die es dort seit 60 Jahren gibt, konnten nicht mehr genutzt werden.

Drei stählerne Bügel trennten plötzlich den Gehweg von den Parkplätzen auf dem privaten Grundstück, das der Vermieterin des Hauses gehört. Das Bezirksamt hatte die Bügel aufstellen lassen, weil die Fahrzeuge den Gehweg beschädigen würden. „Da ging es um zwei Kacheln im Bürgersteig, die kaputt waren“, sagt Mosebach.

Viele Kunden bleiben nun weg

„Es sind ja viele Kunden, die älter sind oder gehbehindert und dann mit dem Auto kommen. Und auch die Kunden, die von weiter wegkommen, sind dann ausgeblieben“, sagt die Apothekerin. In der Zeit seit Dezember habe man das nun deutlich in der Kundenzahl und auch in der Kasse gemerkt. „Das ist nicht existenzbedrohend, aber schmerzhaft“, sagt die Apothekerin, die sieben Angestellte in ihrer Apotheke hat. Schließlich seien in Hamburg Parkplätze ohnehin rar.

Immerhin habe man zwischenzeitlich mit anwaltlicher Hilfe erreichen können, dass man den mittleren der drei aufgestellten Bügel wieder habe entfernen können. „Meine Vermieterin hat dann für 3000 Euro eine Auffahrt bauen lassen“, sagt die Apothekerin. Dennoch seien damit die drei Parkplätze nicht wieder nutzbar geworden. Je nachdem wie dort geparkt werde, sei nur noch ein Parkplatz zu benutzen, nämlich der mittlere. „Und beim wieder rausrangieren gab es bereits etliche Beulen durch die engen Poller rechts und links“, schildert die Apothekerin. „Das ist jetzt gefährlicher da als vorher“, sagt sie.

Unterschriftenaktion gestartet und Klage eingereicht

Schuld an der Lage sei das Bezirksamt, das von jetzt auf gleich die Poller habe aufstellen lassen. „In der Bezirksversammlung war dagegen unser Antrag, die Dinger wieder entfernen zu lassen der einzige, für den alle politischen Fraktionen gestimmt haben“, sagt Mosebach. Das Amt schere sich aber anscheinend nicht um den politischen Willen. „Wir haben da noch nichts weiter gehört seitdem“, sagt sie. „Und wir parken da ja nicht auf öffentlichem sondern auf privatem Grund“, sagt sie. Auch eine Unterschriftenaktion, bei der über 400 Anwohner unterschrieben hat die Apothekerin bereits gestartet.

In den kommenden Tagen soll es wohl auch eine Entscheidung im zuständigen Regionalausschuss geben. Mosebach hofft auch dort auf ein entsprechendes Signal an das Amt. „Und ansonsten habe ich auch über meinen Anwalt Klage am Verwaltungsgericht vorbereitet“, sagt sie. Sie hofft, dass das Amt dann doch noch ein Einsehen habe.

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