Oliven, Fisch und Wein: So gut ist die mediterrane Diät für die Darmgesundheit

Egal ob chronisch oder temporär – fast jeder zweite Bundesbürger leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer Darmerkrankung.

Meist wird diese Erkrankung durch eine Lebensmittelunverträglichkeit, Bakterien oder Viren ausgelöst und äußert sich häufig durch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall.

Eine neue niederländische Studie des Universitätsklinikums Groningen beschäftigte sich jetzt mit den verschiedenen Auswirkungen bestimmter Lebensmittel auf die Gesundheit der Darmflora – mit überraschendem Ergebnis.

Die Studienergebnisse wurden auf der United European Gastroenterology (UEG) Week 2019 und im entsprechenden Fachmagazin veröffentlicht.

Wie funktioniert die mediterrane Diät?

Die mediterrane Diät orientiert sich an den Ernährungsgewohnheiten südeuropäischer Länder wie Südfrankreich, Italien und Griechenland – deswegen wird sie auch oft als Mittelmeerdiät bezeichnet.

Es wird ausschließlich das aufgetischt, was die Regionen in der jeweiligen Saison zu bieten haben: sehr viel Gemüse, frisches Obst, Kartoffeln, Nüsse, frischer Fisch und gutes Olivenöl.

Streng genommen handelt es sich um keine richtige Diät nach Ernährungsplan, sondern viel mehr um eine ausgewogene Ernährung.

Verzicht und lästiges Kalorienzählen war gestern, denn sogar Alkohol ist erlaubt – natürlich gemäßigt.

Bei der mediterranen Ernährung steht der Genuss und das langsame Essen im Vordergrund, für jede Mahlzeit sollte also ausreichend Zeit eingeplant werden.

Kann die Mittelmeerdiät Darmerkrankungen stoppen?

Die neue Studie, die auf der UEG Week 2019 vorgestellt wurde, beschäftigte sich damit, ob bestimmte Lebensmittel den Darm schützen können, indem sie für eine gesündere Darmflora sorgen.

Forscher des Universitätsklinikums Groningen in den Niederlanden untersuchten den Zusammenhang zwischen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Brot, Fisch, Nüsse und Wein und Darmbakterien, die sich prositiv auf die Gesundheit auswirken.

Die Experten beobachteten mehr als 1.400 Probanden, die in vier Studiengruppen aufgeteilt wurden: die Allgemeinbevölkerung, Patienten mit Morbus Crohn (chronisch-entzündlichen Darmerkrankung), Colitis ulcerosa (Erkrankung des Dickdarms) und Patienten mit Reizdarmsyndrom.

Jeder Teilnehmer stellte den Forschern eine Stuhlprobe zur Verfügung – diese wurde anschließend analysiert, um die Darmflora (Mikrobiota) zu rekonstruieren.

Eine mediterrane Ernährung verbessert die Darmflora

Die Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Lebensmittel tatsächlich das Wachstum bestimmter Bakterien mit entzündungshemmenden Eigenschaften fördern.

Diese „guten“ Darmbakterien unterstützen die Biosynthese essenzieller Nährstoffe und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren, die de Zellen im Dickdarm als Hauptenergiequelle dienen.

Es wurden 61 einzelne Lebensmittel identifiziert, die mit positiven Auswirkungen auf die Darmflora zusammenhängen. Die Ergebnisse stützen die Idee, dass die mediterrane Diät eine wirksame Behandlungsstrategie für Darmkrankheiten sein könnte.

Die Leiterin der Studie, Laura Bolte, sagt gegenüber ‚UEG‘: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Ernährung wahrscheinlich eine bedeutende und ernstzunehmende Behandlungsmethode für Darmkrankheiten werden kann, da sie direkten Einfluss auf das Darmmikrobiom hat.“

In der Galerie: Die besten Lebensmittel für eine gesunde Darmflora

Brot, Hülsenfrüchte und Co. senken Entzündungswerte

Die Studie zeigt, dass der regelmäßige Verzehr bestimmter Lebensmittel mit einer Abnahme der potenziell schädlichen Darmbakterien einhergeht. Das bedeutet konkret: Gemüse, Obst, Brot, Hülsenfrüchte, Fisch, Nüsse, Olivenöl können dabei helfen, den Bakterienhaushalt im Darm zu verbessern.

Ein höherer Verzehr dieser Lebensmittel war auch mit geringeren entzündlichen Blutwerten im Stuhl verbunden – diese sind für ihren Anstieg während einer Darmentzündung bekannt.

Eine höhere Aufnahme von Fleisch, Fastfood oder raffiniertem Zucker führte zu einer Abnahme der guten Darmbakterien und gesteigerten Entzündungswerte.

Rotwein, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide, Fisch und Nüsse waren mit einem höheren Anteil an Bakterien mit entzündungshemmender Wirkung assoziiert – die mediterrane Diät könnte also tatsächlich die Darmflora verbessern und so die Darmgesundheit auf einfache Art und Weise unterstützen.

Quellen

  • United European Gastroenterology: Plant-based foods and Mediterranean diet associated with healthy gut microbiome, research reveals, abgerufen am 01.11.2019 https://www.ueg.eu/press/releases/ueg-press-release/article/ueg-week-plant-based-foods-and-mediterranean-diet-associated-with-healthy-gut-microbiome-research/
  • Bolte, L. et al. 2019. Towards anti-inflammatory dietary recommendations based on the relation between food and the gut microbiome composition in 1423 individuals. Presented at UEG Week Barcelona October 21, 2019.

Antonia Hagedorn

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