Wie sich Sportmuffel motivieren können

Für viele Fitnessmuffel ist es schon schwer genug, überhaupt mit dem Sport anzufangen. Und noch schwerer ist es, nach mehreren Wochen dranzubleiben. An der Willenskraft scheitert es dabei meist nicht. Das Problem ist eher, dass es an den Erwartungen hapert: Viele stellen sich von Anfang an nicht die richtigen Fragen, sagt Luise Walther, Personal Trainerin aus Berlin.

Warum mache ich Sport? Was macht mir daran Spaß? Was erwarte ich von mir und der Sportart? „Nur wer weiß, aus welcher Motivation heraus er Sport treibt, kann sich diese Motivation wieder ins Gedächtnis rufen, wenn er einen Durchhänger hat – oder die Durststrecke ganz umgehen.“

Es gibt externe und interne Motivationsfaktoren für Sport. „Viele meiner Klienten fangen an, Sport zu treiben, um den Partner glücklich zu machen“, erzählt Walther. „Das ist für den Anfang okay, um überhaupt von der Couch zu kommen. Aber nach einiger Zeit muss jeder für sich selbst herausfinden, warum er sich bewegen will.“

„Emotionen sind das A und O“

Ein typischer innerer Antrieb ist die eigene Gesundheit. Besonders wichtig sei es hierbei, ins Detail zu gehen. „Das Ziel, gesünder zu sein, ist meistens zu ungreifbar, um einen langfristig anzuspornen“, sagt Walther. Besser sei es, sich bewusst zu machen, was genau am Sport gesund ist – also beispielsweise der Muskelaufbau, der Rückenschmerzen vorbeugt.

Auch wer sich gerne mit anderen misst oder gar Leistungssport betreibt, sollte sich konkrete Ziele stecken. Fitnessbloggerin, Mentaltrainerin und Autorin Klara Fuchs erzählt: „Zu Beginn meines Trainings im Herbst 2017 habe ich mir direkt einen bestimmten Halb-Ironman in Slowenien herausgesucht, den ich im Sommer 2018 laufen wollte.“

Solche emotionalen Gründe wirken oft viel stärker als rein rationale, sagt Trainerin Walther. „Emotionen sind das A und O. Mit dem Wissen, dass Sport gut für mich ist, komme ich nicht weit. Viel besser funktioniert es, wenn ich mir vorstelle, wie ich als Rentner noch mit meinen Enkeln im Garten spiele.“

Eigene Bedürfnisse berücksichtigen

Ähnlich sieht das Jens Kleinert. „Zentral ist es, dass ich meinen Sport mit Genuss und Freude betreibe“, sagt der Sportpsychologe, der an der Deutschen Sporthochschule Köln lehrt. „Wer sich immer dazu zwingen muss und keine positiven Gefühle mit der Bewegung verbindet, der hört früher oder später auf.“

Sein Tipp: sich die sogenannten psychologischen Hauptbedürfnisse zunutze machen. Das Bedürfnis nach Beziehungen könne man beim Sport zum Beispiel befriedigen, indem man sich mit Freunden verabredet oder neue Menschen kennenlernt. Wer eine ganz neue Sportart lernt, stillt sein Bedürfnis nach neuen Herausforderungen.

„Je mehr Gründe ich habe, Sport zu treiben, desto besser“, sagt Fuchs. Diese Gründe können sich auch während des Trainings ändern: „Es kann gut sein, dass jemand zu Beginn abnehmen will, aber langfristig dabei bleibt, weil er Teamgeist entwickelt und seine Freunde jede Woche auf dem Fußballplatz wiedersehen will“, sagt Walter. Auch die Verpflichtung, jede Woche zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein, spiele dabei eine Rolle.

Sport zur Routine machen

„Routine ist sehr wichtig. Irgendwann ist das mit dem Sport wie mit dem Zähneputzen“, sagt Fuchs. Bewegung wird dann ein natürlicher Bestandteil des Alltags. Bis es so weit ist, können jedoch einige Wochen und Monate vergehen. Fuchs rät deshalb, gerade zu Beginn kleine Belohnungen in den Trainingsplan einzubauen. Sie empfiehlt leckeres Essen, eine gute Serie oder neue Sportklamotten, um sich für die nächste Einheit zu motivieren.

Welche Sportart im Endeffekt am effektivsten ist, um die gesteckten Ziele zu erreichen, ist ihrer Meinung nach dagegen zweitrangig. Auch wenn sich Fitnessstudio am einfachsten anhört: Letztendlich zählt doch, dass man etwas gemacht hat.

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